Matcha: Was ist das eigentlich und geht das überhaupt bei HIT?

Darf ich das mit Matcha machen?

Bei Histaminintoleranz stehen Betroffene immer wieder vor der Frage: Darf ich das eigentlich? So sehr wir uns stets genaue Aussagen wünschen würden, gibt es die nur selten. Die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln kann ganz individuell ausfallen. Nämlich genau so individuell, wie die Histaminintoleranz selbst.

Da sind zum einen diejenigen, die aufgrund einer ärztlichen Fehlmedikamentation, einer andauernden Antibiotikabehandlung oder aus anderen Gründen eine gestörte Darmflora mitsamt HIT entwickelt haben. Zum anderen gibt es diejenigen, die schon immer mit zu viel Histamin zu kämpfen hatten. Sorgt ein Gendefekt für einen HNMT-Mangel oder sind gar die Mastzellen zu aktiv? Zweiteres wäre dann schon keine Histaminintoleranz mehr, sondern eine Mastzellaktivierungserkrankung. Trotzdem haben die Betroffenen genauso mit zu viel Histamin im Körper zu kämpfen und müssen ganz genau schauen, was auf den Teller kommt. Möglichst histaminarm und im Fall von Mastzellaktivierungserkrankungen gilt zudem möglichst ohne andere biogene Amine und andere Auslöser, die als Liberatoren wirken. Uff!

Das klingt nach Verzicht, muss es aber nicht sein. Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören, die eigene Toleranzschwelle zu kennen UND: clever zu kombinieren. Denn viele Lebensmittel enthalten

  • DAO-Co-Faktoren
  • antihistamin wirkende Stoffe/Histaminrezeptorblocker
  • mastzellstabilisierende Substanzen

Man muss sie nur finden! Zum Beispiel:

Wir schätzen Schwarzkümmel in Öl- und Samenform besonders als Antihistaminikum (ganz ohne lästige Nebenwirkungen wie Müdigkeit).

Wir mögen Chia-Samen, weil sie unter anderem Zink und andere DAO-Co-Faktoren enthalten, aber mit viel Wasser genossen werden müssen.

Und wir mögen Grüntee, weil er mastzellstabilisierend wirkt. Aber Moment mal, ist Grüntee nicht „böse“?

Grüntee als Mastzellstabilisator

Ich habe mich hier schon einmal mit Tee, Kaffee und Kakao auseinandergesetzt. In diesem Artikel steht bereits, dass Grüntee Schwarztee vorzuziehen ist und zwar weil grüner Tee (und auch weißer Tee) meist wenig bis gar nicht fermentiert ist. Dadurch ist quasi kein Histamin enthalten. Ein Problem bleibt aber: Teein/Kaffein. Das führt dazu, dass Grüntee in der SIGHI-Liste mit „1“ und „B“ für DAO-Blocker markiert wird. Dann ist der ja eigentlich doch nicht so toll, oder?

Grüntee kann jedoch noch mehr als wach machen und die DAO blockieren. Vor allem, wenn er nur kurz zieht (max. 2 Minuten). Grüntee enthält nämlich auch das Antioxidans Epigallocatechingallat, welches mastzellstabilisierend wirkt – also verhindert, dass der Körper selbst Histamin ausschüttet. Darüber hinaus ist die Aminosäure Theanin enthalten, die ebenso mastzellstabilisierend wirkt!

Aufgrund des Kaffeins sollte Grüntee niemals zu stark histaminhaltigen Speisen getrunken werden, kann aber ansonsten sehr wohltuend sein und getrost getrunken werden, vor allem wenn Ihr den Teebeutel bzw. das Teeei nach 2 Minuten aus der Tasse nehmt.

Und wie ist das nun mit Matcha?

Matcha ist gemahlener Grüntee. Was also für Grüntee gilt (von der Ziehzeit mal abgesehen), trifft also auch für Matcha zu. Ihr solltet es nicht übertreiben, aber hin und wieder dürft Ihr auch zu dieser Trendzutat greifen.

Ursprünglich wurde das heute zum Trend-Drink avancierte Grünteegetränk von buddhistischen Mönchen als Meditationsgetränk erfunden und getrunken. Heute gelten Drinks mit der schäumenden Matchazutat als Jungbrunnen und Superfood. „Matcha“ heißt tatsächlich nicht mehr als „gemahlener Tee“ wie wir im Buch „Gesund und schlank mit Matcha-Tee“ erfahren. Traditionell wird Grüntee übrigens nicht fermentiert. Die Blätter derPflanze Camellia sinensis werden gedämpft und getrocknet. Für Oolong werden sie halbfermentiert, für Schwarztee fermentiert.

Guter Matcha-Tee soll mild, süßlich und intensiv umami (jap. „herzhaft“) schmecken. Am Ende soll ein Hauch Nussaroma zurückbleiben. Verantwortlich für den süßlichen Geschmack ist übrigens das für uns interessante Theanin. Schlechter Matcha hingegen ist säuerlich, bitter und hat mehr von Brokkoli, Kohl und Algen als das vollmundig süße Aroma des japanischen Traditionsgetränks.

Neben den bereits genannten Inhaltsstoffen kann Matcha mit Ballaststoffen, Eisen, Folsäure und anderen B-Vitaminen sowie mit Vitamin C und anderen antioxidativ wirkenden Vitaminen punkten.

Theanin ist für das Gefühl von „ruhiger Wachsamkeit“ des Tees verantwortlich, das Matcha womöglich zum Meditationsgetränk hat werden lassen.

Vielleicht möchtet Ihr demnächst mal etwas mit Matcha ausprobieren. Passend zur Weihnachtszeit könnt Ihr mit diesem grünen Matcha-Joghurt-Smoothie und diesem Kuchen ein bisschen „grinchig“ werden. Manchmal hat man das Weihnachtsgetue schließlich auch mal über und möchte einfach nur den Grinch rauslassen. Und hier kommt er:

Matcha-Joghurt-Smoothie (ohne Kuhmilcheiweiß)

Zubereitungszeit:

ca. 5 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ein Glas:

  • 125 ml Schafmilchjoghurt
  • 1/2 Tasse Eiswürfel oder 1/2 Tasse kalte Pflanzendrink (z.B. Mandel-, Hanf- oder Kokosmilch)
  • 2 EL Honig
  • 1 TL Matcha

Zubereitung:

Alle Zutaten im Standmixer oder mit dem Pürierstab glatt verrühren. Fertig.

Matcha-Sandkuchen (laktosefrei, ohne Kuhmilcheiweiß, vegetarisch)

Zubereitungszeit:

ca. 15 Minuten + ca. 45 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für eine Mini-Kastenform:

  • 65 ml Kokosöl
  • 210 g Zucker
  • 2 Eier (wer empfindlich ist, nimmt nur das Eigelb)
  • 125 ml Pflanzendrink
  • 120 g Dinkelmehl
  • 1 EL Matcha
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • Pr. Salz

Zubereitung:

Den Backofen auf 160° C vorheizen. Mini-Kastenform fetten.

Mit dem Handrührgerät Zucker und Öl verrühren. Eier und Pflanzendrink dazugeben und verrühren.

In einer separaten Schüssel alle trockenen Zutaten vermengen.

Den Feuchte-Zutaten-Mix hinzugeben und glatt rühren. In die Kastenform füllen und für ca. 45 Minuten bei Umluft/Heißluft backen.

Auskühlen lassen und aus der Form lösen.

Weitere Rezepte und Infos rund um Matcha gibt es in diesem Buch:

Zusammenfassung:

  • „Gesund und schlank mit Matcha-Tee“ von Petra Hirscher
  • 95 Seiten, Taschenbuch
  • Informationen rund um Matcha
  • mit zahlreichen Rezepten von herzhaft bis süß, zum Trinken, Essen und Naschen
  • 7,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Italien in der Tasse…

Oregano-Tee

 

Zubereitungszeit:

2 Minuten + 10 Minuten Ziehzeit

Schwierigkeit:

einfach 

Zutaten für eine Tasse:

1 Tasse Wasser
2 TL getrocknete Oregano-Blätter

Zubereitung:

Tasse Wasser zum Kochen bringen. Vom Herd nehmen. 2 TL getrocknete Oregano-Blätter in einem Tee-Sieb oder Tee-Ei ins Wasser geben. 10 Minuten ziehen lassen und genießen.

Hinweis:

Nicht verwenden, wenn Sie auf Lippenblütler allergisch sind!

Es handelt sich um einen Heiltee und kein Genussmittel! Nicht in Unmengen gnießen, denn schon Paracelsus wusste: Die Dosis macht das Gift.

Mögliche Vorteile:

  • natürliches Antihistaminikum
  • wirkt abschwellend
  • antimykotisch (gegen Pilze)
  • Antioxidans und beugt Krebs vor
  • hilft bei Lebensmittelvergiftung, die durch die Bakterien Giardien verursacht wurde
  • gegen bakterille Infektionen
  • kann die Symptome von Allergien eindämmen
  • beruhigt Asthma und Husten
  • hilft sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall
  • kann gegen Parasiten im Körper helfen
  • reduziert Blähungen und hilft bei der Verdauung
  • kann Sodbrennen vorbeugen 

Tip:

Sie können natürlich noch andere Kräuter dazugeben, die Sie vertragen. Hier geht es zum Beitrag
über Kräuter und Gewürze.

(entdeckt auf http://www.realfarmacy.com)

 

Guten Appetit!


(c) Histamin-Pirat

 

Kaffee, schwarzer Tee & Co…

Tips

zum Thema Kaffee, schwarzer Tee & Co…

Ursachen für die Unverträglichkeit von Kaffee, schwarzem Tee & Co jenseits der Histaminunverträglichkeit 

 

Oft wird Kaffee bei Vorhandensein einer Histaminunverträglichkeit gar nicht vertragen und schwarzer Tee ist oft ähnlich problematisch. Grüner Tee wird zum Teil vertragen und manchmal auch Kakao.

Doch gibt es nun eine allgemein gültige Regel zum Thema Kaffee, schwarzer Tee & Co? Leider nein, aber es gibt ein paar Faustregeln und Tendenzen, die im folgenden besprochen werden.

Neben der Histaminunverträglichkei gibt es auch das Problem, dass eventuell eine zusätzliche Kaffee- oder Koffeinunverträglichkeit vorliegt.

Wenn Sie unter PMS leiden oder die Blutgruppe 0 haben, kann der Verzehr von Kaffee und schwarzem Tee auch problematisch sein, da der Magen leichter übersäuert.

Ursachen für die Unverträglichkeit von Kaffee, schwarzem Tee & Co bei Histaminunverträglichkeit

Doch zurück zur Histaminunverträglichkeit. Grundsätzlich gilt, Koffein blockiert die Diaminoxidase (DAO). Viele Betroffene greifen daher auf Getreidekaffee (z.B. Caro) zurück, was zwar den Kaffeegenuss ermöglicht, aber der „Wach-Mach-Effekt“ bleibt aus.

Eine Siebträgermaschine

Als eine andere Option betrachten Betroffene oft den Verzehr von entkoffeiniertem Kaffee, was zwar das Koffein-Problem löst, aber geschmacklich und gesundheitlich nicht zu empfehlen ist. Und auch hier bleibt der „Wach-Mach-Effekt“ aus. Die Prozesse der Entkoffeinierung involvieren stets Chemikalien, von denen einige unter dem Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Also Hände weg vom entkoffeinierten Kaffee! Weitere Infos dazu z.B. unter http://www.coffeeness.de/barista-blog/kaffee-koffein-entkoffeinierung/

Wer aber trotzdem nicht auf den richtigen Kaffee verzichten möchte, dem empfehle ich sich eine Espressomaschine für zu Hause zuzulegen. Günstige und gute Einsteigermodelle gibt es schon ab 100€. Legen Sie sich KEINE Kapsel-Maschine oder Vollautomaten zu. Die Kapseln enthalten auch oft Chemikalien oder sind mit Schwermetallen belastet. Einen Vollautomaten können Sie nur schwierig porentief reinigen. Kaufen Sie stattdessen eine Siebträgermaschine oder einen gewöhnlichen Espressokocher.
Espresso entsteht, anders als der Filterkaffee, der im Kaffeefilter vor sich hin quackert, unter Druck (daher der Name) und in kürzerer Zeit. Dabei werden weniger Bitterstoffe und weniger Säure aus dem Kaffee gelöst und der Magen übersäuert nicht so schnell. Espresso enthält außerdem weniger (!) Koffein als Filterkaffee. Und es ist genau dieser Stoff – Koffein – der bei einer Histaminintoleranz problematisch ist. Noch verträglicher ist der Kaffee, wenn etwas Milch dazuzugegeben wird (Reis-, Mandel- oder Hafermilch geht auch) und Sie außerdem das obligatorische Glas Wasser zum Kaffee trinken. Daher bekommt man traditionell in Italien auch immer ein Glas Wasser zum Kaffee. Es macht den Kaffee bekömmlicher und wirkt der Dehydration entgegen, die mit Kaffeegenuss einhergeht. Trinken Sie jedoch nicht zu viel Kaffee, denn auch Espresso blockiert die DAO.

Espresso im Restaurant oder Cafe wird manchmal auch nur schlecht vertragen, da Hygienestandards nicht immer eingehalten werden. Die Maschinen in der Gastronomie werden oft nur schlecht oder unregelmäßig gereinigt. Die Folge sind verkalkte Leitungen in den Maschinen und Schimmel. Gehen Sie zum Barista Ihres Vertrauens.

Schwarzer Tee enthält Teein bzw. Koffein und auch das blockiert die DAO. Als Faustregel gilt, je länger der Tee zieht, desto bitterer und desto mehr Teein. Also lassen Sie Ihren Tee nicht so lange ziehen. Achtung bei Eistee, der in der Regel mit schwarzem Tee hergestellt wird.
Grüner Tee wird grundsätzlich oft besser vertragen als schwarzer Tee, obwohl Teein bzw. Koffein enthalten ist, und die meisten Kräutertees gelten als bedenkenlos (beachten Sie aber eventuelle Allergien). Anders als Rotbuschtee (der teein-/koffeinfrei ist) oder auch Schwarztee, ist Grüntee in der Regel nicht fermentiert. Daher die bessere Verträglichkeit, insbesondere, wenn man ihn nur kurz ziehen lässt. Die meisten Grünteesorten soll man ohnehin nur ca. 2 Minuten ziehen lassen.

Kakao wird auch oft nicht vertragen; das gleiche gilt für Schokolade. Auch Kakao enthält Bitterstoffe und kann den Magen übersäuern. Darüberhinaus gilt Kakao als Histaminliberator, der die Freisetzung von körpereigenem Histamin anregt, da andere biogene Amine, aber kaum Histamin enthalten sind. In Maßen kann er aber vertragen werden und ist sogar eine gute Magnesiumquelle. Für Schokolade zum Essen gibt es einen eigenen Eintrag.

Ich hoffe, etwas Klarheit in die Problematik Kaffee, schwarzer Tee & Co gebracht zu haben. Sie können mich bei Fragen und für Anregungen unter histaminarm[at]vollbio.de kontaktieren.

Wenn Sie weiter diskutieren möchten, finden Sie unter Links eine Auflistung von Foren zum Thema Histaminunverträglichkeit.

Weitere Infos zum Thema Kaffee finden Sie unter diesem Link.

(c) Histamin-Pirat