Pimp my soup …

Es gibt sie wirklich: Nette, kleine Histaminhelferlein, die entweder wie ein Antihistaminikum wirken und Reaktionen lindern (z. B. Schwarzkümmel) oder die Mastzellen stabilisieren und so verhindern, dass der Körper eigenes Histamin ausschüttet bzw. mobilisiert. Darüber hinaus unterscheiden wir weitere Substanzen: DAO-Co-Faktoren wie Zink, die für den Histaminabbau benötigt werden und Nährstoffe wie Vitamin C, welches den Histaminabbau fördert.

Vor allem Mineralstoffe und Vitamine sollten wir jedoch nicht wie Smarties essen, sofern kein Mangel besteht. Beispiel: Auch Vitamin B6 wird zu den DAO-Co-Faktoren gerechnet. Das B-Vitamin wird aber auch benötigt, um die Aminosäure Histidin in Histamin umzuwandeln – und so ist Vitamin B6 auch ein Co-Faktor zur Histaminproduktion. Ein Zuviel kann also ebenso für Probleme sorgen.

Im Zweifelsfall sollten die Werte bestimmt werden. Manchmal – im Falle eines Mangels – macht ein bestimmtes Supplement Sinn, ansonsten sollten wir schauen, die nötigen Nährstoffe mit der Nahrung aufzunehmen (deshalb heißen die ja auch so).

Und es gibt eine Reihe von tollen Nahrungsmitteln. Ich bin ein großer Fan von Ölen, das habe ich hier ja schon erzählt.

Kurkuma – die Power-Knolle

Heute geht es um meine liebste Power-Knolle: Kurkuma.

Kurkuma oder Gelbwurz gehört zu den Ingwergewächsen. Der getrocknete und gemahlene Wurzelstock ist die Hauptzutat für das Currygewürz, das jedoch bei HIT nicht immer vertragen wird. Das liegt einerseits daran, dass Currypulver als Gewürzmischung zuweilen irgendein anderes Gewürz enthält, das nicht vertragen wird, z. B. reagieren manche auf scharfe Zutaten wie Chili oder haben Probleme mit Senfkörnern. Für Currypulver gibt es keine Verordnung, was genau rein muss. Ein anderer Grund kann sein, dass der Gewürzmischung der Geschmacksverstärker Glutamat beigemengt wurde. Idealerweise verwendet man daher nicht getrocknetes Pulver, sondern frische Zutaten.

Wir mahlen Pfeffer und Salz frisch in der Gewürzmühle und auch Kräuter wie Basilikum oder Petersilie füge ich nach Möglichkeit frisch hinzu. So sind auch noch die meisten Nährstoffe enthalten.

Doch ein Gewürz habe ich quasi nie frisch zu fassen bekommen, bis jetzt. Ha, was war ich aus dem Häuschen, als ich kürzlich frischen Kurkuma im Supermarkt entdeckt habe und zwar in Bio-Qualität. Zugegeben, die Knolle hatte einige Kilometer auf dem Buckel und kam aus Peru. Doch für Chia-Samen und Kurkuma mache ich mal eine Ausnahme, wenn es um regionales Einkaufen geht. Während Chia-Samen ein toller DAO-Co-Faktoren-Lieferant sind (Zink!!!), ist Kurkuma ein ziemlich effektiver Mastzellstabilisator, weil Curcumin enthalten ist.

Ähnlich wie Ingwer ist Kurkuma entzündungshemmend und besser noch: verhindert die körpereigene Histaminausschüttung. Dadurch ist Kurkuma der perfekte Begleiter für Speisen, die Liberatoren enthalten. Im ersten Versuch habe ich Kurkuma daher genutzt, um meine Knoblauchsuppe zu pimpen. Eine Knolle – etwa so groß wie mein kleiner Finger – wurde geschält, mitgekocht und püriert. Im Grunde könnt Ihr mit Kurkuma aber jede Sauce, Suppe und verschiedene andere Speisen pimpen.

Kurkuma zubereiten

Aber vorsicht, Kurkuma heißt nicht umsonst Gelbwurz oder sogar Safranwurzel im Volksmund: Die Knolle färbt wie verrückt – Essen wie Finger. Wer also mit Kurkuma kocht und nicht für die nächsten vier Tage gelbe Finger haben möchte, verwendet Handschuhe bei der Zubereitung und achtet darauf, dass die Kleidung nicht mit der Wurzel in Berührung kommt.

Kurkuma immer wieder nutzen

Da Kurkuma so ein rares Einkaufserlebnis ist, habe ich gleich überlegt, wie ich mir einen Vorrat anlegen kann. Ähnlich wie Ingwer kann man Kurkuma bei Zimmertemperatur ganz einfach selber ziehen. Im Moment steht der Kurkuma in meinem neu erworbenen, kleinen Garten im Topf. Spätestens wenn die Temperaturen im Herbst fallen, muss ich die Knolle aber wieder ins Innere holen.

Kurkuma benötigt einen relativ großen Topf, um sich zu entfalten. Im Sommer hoffe ich auf die farbenprächtigen Blüten und im Herbst werde ich dann die Knollen ausbuddeln und ernten. Ein paar werde ich aufheben, um schließlich wieder neuen Kurkuma zu züchten usw.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Kurkuma? Bisher haben wir das Gewürz in Pulverform vorwiegend in der Zahnpasta genutzt. Man kann übrigens auch sein eigenes Pulver machen, indem man die Knolle schält, in dünne Scheiben schneidet und im Backofen trocknet. Anschließend im Mörser zerstampfen und schon hat man selbst gemachtes Kurkuma-Pulver.

(c) Histamin-Pirat

Wenn die Hormone verrückt spielen …

Auf www.histaminintoleranz.ch ist es deutlich nachzulesen und auch ich habe diesen Teil so in etwa auf meiner Seite über Histaminintoleranz eingebunden:

Auch ein aus dem Gleichgewicht geratener Hormonhaushalt kann Histaminprobleme verursachen oder begünstigen. Die größte Rolle spielt hier vermutlich das Östrogen (weibliches Sexualhormon), wobei nicht die absolute Östrogenmenge, sondern das Verhältnis von Östrogen relativ zu bestimmten anderen Hormonen (Progesteron, Testosteron) entscheidend ist. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer.

Zu den Störfaktoren im Hormonhaushalt gehören:

  • Weiblicher Zyklus (Menstruation)
  • Hormonelle Empfängnisverhütung (Antikonzeptiva, Antibabypille)
  • Wechseljahre (Klimakterium)
  • Pubertät
  • Östrogendominanz (bzw. Progesteron- oder Testosteronmangel)
  • Hormone und hormonähnliche Stoffe in natürlichen Lebensmitteln (z.B. Östrogen in Hopfen und Bier)
  • Hormonaktive Umweltschadstoffe: Stoffe mit (unbeabsichtigter) hormonähnlicher Wirkung in Alltagsprodukten wie Kunststoffen, Sonnencrèmen etc.
  • (Evtl. Hormone als Leistungsförderer in der Tierproduktion?)

Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Histamin und Hormonen:

Von HIT sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen und die Krankheit tritt oft mit dem Beginn der Wechseljahre auf.

Trotzdem muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich mich mit dem Thema Hormone und HIT bisher nicht näher befasst habe. Was hat mich eigentlich davon abgehalten? Dass ich hier zu Hause einen Mann und nicht etwa eine Frau mit HIT sitzen habe oder einfach weil ich mich an das Thema Endokrinologie (Hormonlehre) bisher mangels Kenntnisse nicht herangetraut habe?

Hormone? Was ist das eigentlich?

Und ist nicht auch Histamin ein Hormon? Trotzdem denken wir, wenn wir „Hormone“ hören, zunächst nicht an Histamin, sondern vor allem an die wohl bekanntesten Vertreter, nämlich die sogenannten Sexualhormone: Östrogene (Östron, Östradiol, Östriol), Gestagene (Pregnandiol, Progesteron und Pregnenolon) und Androgene (Testosteron, Dehydroepiandrosteron/DHEA, Androstendion). Den Sexual- oder Steroidhormonen ist gemeinsam, dass sie allesamt auf Cholesterin als Baustein angewiesen sind. Außerdem werden diese Hormone im Gegensatz zum Gewebshormon Histamin alle in Drüsen wie der Schilddrüse, den Nebennieren, den Eierstöcken oder Hoden gebildet und dann in den Blutkreislauf gegeben. Histamin hingegen wird von spezialisierten Zellen produziert und in Mastzellen gespeichert und ist auf diese Weise bereits durch die Produktionsart an sehr unterschiedlichen Orten im Körper zugegen. Wie andere Hormone auch, entfaltet Histamin seine Wirkung durch das Binden an spezielle Rezeptoren. Je nach Rezeptorart, wirkt es dann als Hormon oder als Neurotransmitter. So kommt es, dass Histamin enorm viele Funktionen im Körper hat.

Bei den „herkömmlichen“ Sexualhormonen ist das jedoch nicht wirklich anders. Die können nämlich auch weitaus mehr als unseren Sexualtrieb, die Schwangerschaft oder Samenproduktion steuern. Außerdem – und hier wird es dann wirklich interessant – hängen all diese Hormone eng miteinander zusammen und beeinflussen – Überraschung! – auch die Histaminfreisetzung auf die eine oder andere Weise.

Um das Ganze ein bisschen besser zu verstehen, was da so in unserem Körper passiert, vor allem wenn die Wechseljahre einsetzen, habe ich mir ein Buch zukommen lassen. Als Histamin-Pirat wollte ich schließlich auch dieses Thema endlich kapern. Nicht zuletzt deswegen, weil ich immer wieder Zuschriften von Damen jenseits der 40 Jahre oder älter erhalte, die über typische HIT-Symptome aber auch über typische Wechseljahrbeschwerden klagen. Wir werden sehen, dass diese Symptome und Beschwerden ziemlich ähnlich sind. Andererseits gibt es Frauen, die mir schreiben, dass sie nun plötzlich HIT nach der Schwangerschaft bekommen hätten oder die Pille nicht vertragen oder seit Einsetzen einer Hormonspirale Probleme mit bestimmten Lebensmitteln hätten und immer wieder verfolgt mich der Hormonzusammenhang, zu dem ich bisher wirklich nicht viel sagen konnte außer: Ja, Östrogendominanz spielt eine Rolle bei HIT.

Ist das mit den Hormonen denn wirklich so kompliziert?

Betrachtet man das Hormonsystem ausschließlich im schulmedizinischen Sinne, neigt man dazu, die Zusammenhänge zwischen den sehr unterschiedlichen Hormonen zu ignorieren. Die zwei Autorinnen von „Natürliche Hormontherapie“ Annelie Scheuernstuhl und Anne Hild leiten hierzu beispielsweise mit dem „Mythos vom ungesunden Cholesterin“ ein und schreiben:

Nicht nur als Ausgangsstoff unserer Steroidhormone ist [Cholesterin] für unseren Körper unverzichtbar, ebenso dringend wird Cholesterin zum Aufbau von Zellmembranen und Nervenschutzhüllen und bei der Energiegewinnung jeder Zelle gebraucht. Festzuhalten ist, dass ein Mensch nicht an einem „erhöhten“ Cholesterinwert sterben kann – wohl aber an Medikamenten, den sogenannten Statinen, die den Cholesterinspiegel im Blut senken sollen. […] Im Übrigen finden sich bei krebskranken Menschen stark erniedrigte Cholesterinwerte, und japanische Studien zeigten, dass Menschen, die einen niedrigen Cholesterinspiegel haben, früher sterben als solche mit höheren Cholesterinwerten.

Natürlich sollte ein stark erhöhter Cholesterinwert als Alarmsignal gewertet werden. Jedoch sollten wir dann nicht das Alarmsignal mit Medikamenten ruhigstellen, sondern der Ursache für den zu hohen Cholesterinwert auf den Grund gehen.

So wird meist auch nicht darüber nachgedacht, warum Cholesterin angestiegen ist. Vielleicht durch eine Unterfunktion der Schilddrüse? Die ihrerseits wieder durch zu wenig Progesteron oder ein Zuviel an unbalanciertem Östrogen in der Unterfunktion ist?

Wie so oft, hegen wir natürlich den Wunsch, eine Tablette würde unser Leiden heilen. Doch genauso wenig, wie es die eine Pille gegen Histaminintoleranz gibt, gibt es die wundersamen Cholesterinsenker, die uns wieder gesund machen. Man muss der Sache auf den Grund gehen.

Der oder die Fehler im System

Leider fehlt in unserem ohnehin mehr und mehr zum Zwei-Klassen-System (wenn nicht mehr) veränderten Gesundheitssystem oft die Zeit für eine vernünftige Anamnese. Das Patientengespräch wird allzu oft im Rein-Raus-Verfahren innerhalb weniger Minuten abgeschlossen und endet allzu häufig mit einem simplen Rezept, das schlichtweg auf Basis der genannten, spürbaren und/oder sichtbaren Symptome verschrieben wird. Den Ärzten die Schuld dafür zuzuschreiben, ist verführerisch, aber so auch nicht richtig. In der Regel ist es ein bunter Mix aus in privat und öffentlich getrenntes Versicherungssystem, einer engstirnigen schulmedizinischen Ausbildung und dem nur verständlichen Wunsch, dass man nach gut acht Jahren Ausbildung vom Arztsein auch leben und nicht nur überleben möchte.

Um dieses Patientenzeit-Problem zu beheben, braucht es daher gar nicht mal unbedingt mehr Geld. Es müsste nur anders und besser verteilt werden. Außerdem müssten wichtige Erkenntnisse der Homöopathie, Ernährungsmedizin, orthomolekularen Medizin etc. endlich Eingang in die medizinische Ausbildung finden. Mittlerweile sind zahlreiche Studien zu diesen Gebieten erhältlich und die Zusatzausbildung ist längst möglich, aber nach wie vor freiwillig.

Doch zurück von der holistischen medizinischen Ausbildung, die erstrebenswert ist, zur holistischen Behandlungs- und Betrachtungsweise des Menschen – weg vom Pillenverschreiben hin zum Diagnostizieren.

Pillen ohne vernünftige Diagnose?

Wie bereits Julien Venesson in seinem Buch „Wie der Weizen uns vergiftet“ (Rezension hier) kritisierte, kommt es gar nicht so selten vor, dass Ärzte gar keine richtigen Diagnosen stellen und dennoch Medikamente verschreiben. Eins meiner liebsten Beispiele hierfür ist das sogenannte Reizdarm-Syndrom, was im eigentlichen Sinne keine Diagnose darstellt, sondern lediglich ein Symptomkatalog ist. Frei nach dem Motto: „Ah, Sie haben diese und jene Beschwerden. Das ist typisch für dieses und jenes Syndrom. Da verschreiben wir zur symptomatischen Therapie (Symptomunterdrückung) folgendes Medikament. Wir wissen aber eigentlich nicht, was wirklich mit Ihnen los ist.“

So wird beispielsweise auch die Histaminintoleranz zuweilen als psychosomatisches Phänomen abgetan und es wird mit Antidepressiva behandelt, was die Symptome häufig noch verschlimmert, weil diese Psychopharmaka schwerwiegend in den Neurotransmitterverkehr und Hormonhaushalt eingreifen.

Ein anderes Phänomen, das wir beispielsweise bei unseren zwei Katzen beobachtet haben, ist die „Volksdroge“ Cortison. Als wir die zwei Racker 2013 bekommen haben, war ihr Fell in nur mäßigem Zustand und bald haben sie sich an den Ohren und anderen Stellen nahezu blutig gekratzt. Sie hatten Pickelchen und übergaben sich regelmäßig nach dem Essen. Also ab zum Tierarzt. Dort angekommen, meinte die Dame, so etwas hätte sie noch nie gesehen und verschrieb dennoch eine cortisonhaltige Salbe. Klar, die wirkte auch, solange man sie anwendete. Schließlich wirkt Cortison (ebenfalls ein Steroidhormon!) immunsuppressiv. Setzt man die Salbe jedoch ab, kehren die Beschwerden bald zurück. Schließlich hat man sich ja mit der Ursache nicht auseinandergesetzt. Kurzum habe ich auf eigene Faust eine Eliminationsdiät auch bei den Katzen durchgeführt und kam zu dem Ergebnis: Schwein und Reis im Katzenfutter wird nicht vertragen. Schwein wird als billiges Fleisch häufig ins Katzenfutter gemischt, um es zu strecken. Roh soll es ohnehin nicht gegeben werden. Generell ähnlich ungesund ist Reis für Katzen, da Getreide den pH-Wert des Urins verschiebt und dadurch Nierenkrankheiten fördert. Durch die Ernährungsumstellung ernähren sich Momo und Luna also generell gesünder. Seit die zwei Allergikermiezen nur noch hochwertiges, getreidefreies Katzenfutter bekommen, ist alles prima. Kein Jucken, kein Erbrechen nach dem Essen und keine Pickelchen.

Auch von Betroffenen von HIT lese ich immer wieder, dass sie über lange Zeit Cortison nehmen mussten (ohne dass vorher der Hormonstatus bestimmt wurde) und relativ bald nach Absetzen die Symptome zurückkehren und sogar schlimmer sind. Kein Wunder, wenn man dem Körper das Hormon regelmäßig künstlich zuführt, wird er die eigene Produktion drosseln! Aus dem gleichen Grund bin ich im Übrigen kein großer Fan von regelmäßiger Daosin-Einnahme. Denn auch hier tritt womöglich eine Gewöhnung ein und der Körper produziert (noch) weniger von diesem für den Histaminabbau wichtigen Enzym.

Die Autorinnen von „Natürliche Hormontherapie“ kritisieren ein ähnliches Verfahren auch in Ihrem Buch. So wird leider allzu häufig nach dem Erkennen von „typischen Wechseljahrbeschwerden“ von Hitzewallungen bis Stimmungsschwankungen ein Hormonersatz verschrieben, leider oft ein synthetischer Östrogenersatz, ohne vorher überhaupt den Hormonstatus mittels Speicheltest zu überprüfen.

Warum ein Speicheltest?

Bisher ist die Bestimmung der Hormonwerte mittels Blutuntersuchung nach wie vor gängig. Auch diesen Umstand kritisieren die zwei Autorinnen in ihrem Buch.

[Der Speicheltest] hat eine höhere Aussagekraft als die bisher üblichen Blutuntersuchungen. Hormone werden im Körper in Drüsen gebildet und über den Blutstrom an ihren jeweiligen Bestimmungsort gebracht. Dazu brauchen die Steroidhormone, da sie aus dem Fettmolekül Cholesterin stammen, also fett sind, ein „Transportvehikel“ (meist ein Eiweißmolekül, z. B. SHBG = sexual-hormon-binding-globulin) um durch das „wässrige“ Blut schwimmen zu können. Wenn Blut zur Hormonbestimmung herangezogen wird, haben wir demnach als Ergebnis die Summe aller Hormone: Es werden sowohl die freien, die wirksam sind, nachgewiesen, wie auch die an das „Transportvehikel“ gebundenen Hormone, die aufgrund dieser Bindung unwirksam sind.

Interessant und wichtig sind jedoch nur die ungebundenen Hormone, wie sie im Speichel vorliegen. Im Labor müssen bei Blutuntersuchungen also alle „Transportvehikel“ bestimmt und rausgerechnet werden. Das Ergebnis wird dadurch wenig aussagekräftig und meist lassen sich nur grobe Ungleichgewichte im Hormonhaushalt mit diesem herkömmlichen Bluttest nachweisen. Der Speicheltest ist da empfindlicher und erlaubt so auch eine frühzeitige Therapie.

Warum gerät der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht?

Verschiedene Faktoren beeinflussen den Hormonhaushalt und können schließlich Ungleichgewichte hervorrufen. Ganz vorne mit dabei sind hormonell wirksame Kontrazeptiva wie die Pille, die Hormonspirale oder das Pflaster zur Verhütung.

Vor allem die sogenannte Anti-Baby-Pille wird wie eine „Lifestyle-Droge“ bereits jungen Frauen ab einem Alter von 13 Jahren verschrieben, um beispielsweise gegen Beschwerden wie „unreine Haut“ vorzugehen (Auch ich habe das durch). Dabei wird selten auf die eklatanten Risiken der Pilleneinnahme hingewiesen, wie z. B. die stark erhöhte Thrombosegefahr, da der Blutfluss beeinflusst wird. Sehr erhellend war für mich im Zuge der Lektüre der Fakt, dass die Pille in Wahrheit weder „wirkliche“ Östrogene noch Gestagene enthält, sondern lediglich Stoffe mit „hormonähnlicher Wirkung“, wie sie im Buch genannt werden. Stoffe wie Ethinylestradiol ähneln dabei dem Östradiol, sind aber nicht bioidentisch und erfüllen somit auch nicht alle Funktionen des körpereigenen Hormons. Selbst wenn die Quelle „natürlich“ ist und etwa von Pferden kommt, handelt es sich nicht um Östradiol wie es im menschlichen Körper vorkommt. Ein weiteres Problem ist, dass unbalancierte Östrogene zwangsläufig zur Östrogendominanz mit den typischen Beschwerden wie

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Depressionen
  • Herzprobleme
  • Wassereinlagerung im Gewebe
  • Aufgedunsensein
  • etc.

führen. Als Balance für die künstlichen Östrogene wird Progesteron benötigt. Und tatsächlich enthalten viele Anti-Baby-Pille solches, doch auch hier handelt es sich bei genauerem Hinsehen nur um einen künstlichen Ersatz, der absolut nicht das Gleiche ist. Die sogenannten Progestine wie Desogestrel, Levonorgestrel, Norethisteron und Dienogest lassen erschreckenderweise den körpereigenen Progesteronspiegel noch mehr absinken. Somit ist also auch die sogenannte Mini-Pille aus dem Rennen, da auch sie langfristig höchstwahrscheinlich zur Östrogendominanz führt, obwohl sie nur Progestine und keine künstlichen Östrogene enthält.

Während Progesteron das Schwangerschaftshormon ist, kann mit den meisten Ovulationshemmern/Pillen abgetrieben werden. Dies zeigt schon die eklatanten Unterschiede. […] Unter der Pilleneinnahme wird im Körper nur noch wenig natürliches Progesteron in den Nebennieren gebildet.

Alternativ bieten sich Kondome oder die symptothermale Methode zum Verhüten an. Sofern ein Progesteronmangel bzw. eine Östrogendominanz mit dem Speicheltest nachgewiesen wurde, kann dem Körper mithilfe von Yamswurzel-Präparaten wieder Progesteron, oder besser dessen Vorstufe Diosgenin, zugeführt werden. Hier haben wir übrigens einen weiteren Grund, warum vor allem Soja-Produkte nur schlecht bei Histaminintoleranz vertragen werden – unfermentiertes Soga enthält Phytoöstrogene und fermentiertes leider wiederum Histamin.

Speziell Soja und Sojaprodukte können außerdem den Schilddrüsenwechsel stören und die Produktion des aktiven Schilddrüsenhormons T3 verhindern. Sie greifen ausserdem [sic] auch hemmend in den Hormonregelkreis ein und sie können die Aufnahme der Mineralstoffe Calcium, Magnesium, Eisen und Zink und von Vitamin B12 im Darm behindern. Mit der Ausnahme von fermentiertem Soja, das diese unerwünschte Wirkung nicht hat.

Vor allem Zink, Magnesium, Calcium und B-Vitamine werden aber auch für den Histaminabbau benötigt. Dabei behandelt das Buch das Thema „Histaminintoleranz“ per se gar nicht. Doch obwohl das Wort „Histamin“ nur einmal im Buch vorkommt, ist es dennoch von eindeutiger Relevanz für Betroffene von HIT, wie diese Stelle zeigt:

Östrogene lockern aber auch das Bindegewebe und lagern dort Wasser ein, sie lagern Fett in die Zellen, erhöhen die Blutgerinnung, was zur Gerinselbildung führen kann, setzen Histamin frei, was Allergien begünstigt, verdicken die Gallenflüssigkeit und können so auch Gallenleiden hervorrufen.

Östrogene gelten als Histaminliberator. Das schreibt auch Johannes Huber auf seiner Website im Zusammenhang mit dem Leaky-Gut-Syndrom (welches sich im Übrigen häufig als Histamin- oder eine andere Intoleranz herausstellt):

Erhöhte Histaminwerte im Stuhl sprechen für hohe Stresseinwirkung und damit auch für ein vorliegendes leaky gut. Die lokalen Entzündungsreaktionen gehen mit einer ödematösen Veränderung der Dünndarmzotten einher.

ENDOKRINER ZUSAMMENHANG: Während ansonsten das Östradiol einen immunsuppressiven Effekt hat, wirkt es auf die Histaminsynthese und auf die Mastzellen stimulativ. Deswegen wird man hier auf die Antihistaminwirkung des Progesterons bzw. des Testosterons ausweichen.

Interessant ist, dass die Autorinnen auf S. 123 allesamt Mittel der orthemolekularen Medizin empfehlen, die auch bei Histaminintoleranz gängige Helferlein sind:

[…] [E]ine orthemolekulare Behandlung mit den Vitalstoffen Magnesium, Zink, verschiedenen B-Vitaminen, Vitamin C, Vitamin E und Biotin, Nachtkerzenöl oder Borretschkapseln kann ebenfalls helfen.

Für die Vitalstoffe gilt jedoch genau wie für die Hormone: Vorher den aktuellen Status und diesmal mittels Blutuntersuchung zu bestimmen. Nahrungsergänzungspräparate sind schließlich keine Bonbons, sondern auch Medizin.

An dieser Stelle sei auch noch erwähnt, dass vor allem Hormonspiralen häufig Kupfer enthalten und Kupfer ist der Gegenspieler zum Spurenelement Zink, welches als DAO-Co-Faktor für den Histaminabbau benötigt wird.

Verschiedene Erkrankungen treten gehäuft mit Histaminintoleranz auf und womöglich könnte man auch hier einmal in Richtung Hormonhaushalt Überlegungen anstellen:

  • Erkrankungen der Schilddrüse (Über-, Unterfunktion sowie Morbus Basedow und Hashimoto)
  • Erkrankungen der Nebennieren
  • Osteoporose, Osteopenie (hier spielt natürlich auch das Prohormon Vitamin D eine Rolle!)
  • Endometriose
  • Reizblase
  • Regelbeschwerden
  • Fibromyalgie
  • Brustkrebs und andere Krebsarten der hormonbildenden Drüsen

Hinzu kommt die Verbesserung der Beschwerden mit der Schwangerschaft, weil die DAO-Produktion um ein Vielfaches steigt und dies natürlich auch mit dem veränderten Hormonhaushalt (mehr Progesteron) zusammenhängt.

Doch was, wenn man weder Pille noch Hormonspirale verwendet, kann es da auch zur Östrogendominanz kommen?

Dadurch, dass so viele Frauen mit diesem Produkt verhüten oder meinen, ihr Hautbild verbessern zu können, werden Östrogene mit dem Urin ins Abwasser gespült. Und trotz Kläranlage gelangen diese dann zumindest zum Teil zurück ins Trinkwasser. Doch selbst wenn dieser Ansatz als geringfügig abgetan wird, gibt es weitere Faktoren, die nachweislich zu Problemen führen können:

  • Sonnencreme mit hormonell wirksamen Substanzen als UV-Schutz (die im Übrigen im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen)
  • Deos mit Aluminiumchlorid, da Aluminium an die nahegelegenen Östrogen-Rezeptoren im Brustgewebe bindet und wahrscheinlich aufgrunddessen das Brustkrebs-Risiko fördert

Ich kann also nur jedem und jeder empfehlen auf solche Sonnencremes und Deos mit Aluminiumchlorid zu verzichten. Hier gibt es ein Rezept für natürliche Sonnencreme, das nach Belieben abgewandelt werden kann. Im Handel gibt es zahlreiche Deo-Alternativen – wir verwenden ein Deo-Spray von Alverde.

Manchmal tritt die Östrogendominanz aber auch „spontan“ auf und zwar kann dies ab etwa dem 35. Lebensjahr im Zuge der „Prämenopause“ losgehen:

Prämenopause heißt die Zeit vor der eigentlichen Menopause, in der die Hormonproduktion, vor allem die Bildung des Gelbkörperhormons Progesteron immer mehr absinkt. In der Regel beginnt die Prämenopause zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr der Frau und dauert im Schnitt fünf Jahre bis zum Eintritt unregelmäßiger Zyklen, in denen immer häufiger die Ovulationen fehlen. Diese Phase kann auch deutlich kürzer sein oder sich über mehr als zehn Jahre erstrecken.

Da häufig die Progesteronproduktion schneller als die Östrogenproduktion abfällt, haben so viele Frauen Wechseljahrbeschwerden und entwickeln dadurch womöglich auch andere Beschwerden wie die Histaminintoleranz. Von den Wechseljahren sind übrigens nicht nur Frauen betroffen. Mittlerweile weiß man von der Andropause. Und in ähnlicher Form gelten daher die gemachten Angaben auch für den Mann, bei dem es ebenso zum Ungleichgewicht im Hormonhaushalt kommen kann. Beide Geschlechter verfügen über die gleichen Hormone (auch Frauen haben Testosteron und auch Männer haben Östrogene), nur die Verteilung ist freilich anders.

Fazit

Wenn die HIT bei Dir scheinbar plötzlich nach der Schwangerschaft, mit den Wechseljahren oder nach dem 35. Lebensjahr aufgetreten ist oder Du regelmäßig Regelbeschwerden oder Osteoporose oder die Vorstufe Osteopenie hast, kannst Du Dich mal zur Homepage von Annelie Scheuernstuhl klicken. Hier gibt es eine Übersicht mit Therapeuten im deutschsprachigen Raum, die sich mit der natürlichen Hormontherapie auskennen (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Ansonsten kann ich nur empfehlen, selber mal das Buch zu lesen oder es dem behandelnden (Frauen-)Arzt in die Hand zu drücken. Das Buch sollte zur Pflichtlektüre für Gynäkologen und andere Mediziner werden!

Kleine Nebenbemerkung noch zum Abschluss: Ich war positiv überrascht, zwei bekannte Namen im Buch zu lesen: Che Guevara, der bevor er sich einen Namen als Revoluzzer gemacht hat, Medizin studiert hat. Eins seiner Steckenpferde war offenbar damals schon das Thema Hormone. Bis heute gilt das kubanische Gesundheitssystem übrigens als absolut vorbildlich. Ich werde das in meinem Buch etwas genauer beleuchten.

Der andere Name, den Du gerne mal googeln kannst, der mir auch bereits vor der Lektüre von „Natürliche Hormontherapie“ geläufig war, ist Peter C. Gøtzsche. Der dänische Mediziner spricht sich (wie die Autorinnen) gegen „Big Pharma“ aus und erklärt auch, warum:

Zusammenfassung:

  •  „Natürliche Hormontherapie“ von Annelie Scheuernstuhl und Anne Hild
  • 256 Seiten, Softcover
  • bioidentische Hormone vs. künstliche Hormone und ihr richtiger Gebrauch in der Medizin
  • relevant für verschiedene Krankheiten von Histaminintoleranz bis Osteoporose
  • 14,80 Euro, erschienen im J. Kamphausen-Verlag

Ich bedanke mich beim J. Kamphausen-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von den Autorinnen oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Lebensdauer von Duschvorhängen verlängern …

Heute geht’s mal nicht in die Küche, sondern ins Bad. Das Thema lautet

Duschvorhang

Igitt, werden einige sagen. Tatsächlich ist der Duschvorhang ein leidiges Thema. Nach einer Weile fängt so ein Plastikteil wohl oder übel an zu „leben“ und landet im Müll.

via huffingpost.de

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Aber muss das sein?

Was dem Duschvorhang schadet

Einige Faktoren beeinflussen die Lebensdauer eines Duschvorhangs.

  1. Die Länge: Ein zu langer Duschvorhang, der vor Verwendung nicht angemessen zugeschnitten wurde, stirbt schneller. Schließlich hängt er stets in der nassen Badewanne und die zur Badewannenwand gekehrte Seite kann nicht trocknen. Schimmel ist die Folge. Und Schimmel ist bei HIT ein böser Trigger!
  2. Faulheit: Nach dem Duschen sollte der Duschvorhang ordentlich ausgebreitet werden, so dass er auf ganzer Breite trocknen kann. Bleibt der Duschvorhang zusammengeknittert hängen, staut sich in den Falten die Nässe, der Duschvorhang kann nicht trocknen – peng, wieder Schimmel!

Doch selbst wenn diese beiden Faktoren berücksichtigt werden, der Duschvorhang nur gerade so in die Badewanne reicht und auch immer schön trocknet, wird er irgendwann „kalkig“ und wirkt einfach nur dreckig und eklig. Woran die wenigsten denken: Man kann einen Duschvorhang reinigen, so wie vieles andere auch. Und das Beste? Dazu muss man sich nicht mal die Finger schmutzig machen.

Duschvorhang waschen – ja, das geht

Um einen Duschvorhang zu reinigen, wird er in die Waschmaschine gegeben. Und zwar so:

  1. Duschvorhang von den Haken lösen und mit einem alten Handtuch in die Waschmaschine geben. (Ich nutze das Handtuch, das vor der Badewanne als „Fußabtreter“ liegt)
  2. Ca. 1/3 Tasse Apfelessig in die Hauptwaschkammer füllen. Achtung: Wer sehr empfindlich auf Gerüche reagiert, lässt das von jemand anderem machen!
  3. Die Hälfte der gewohnten Waschmittelmenge für einen Waschgang in dasselbe Fach füllen. Optional: Etwas Hygienespüler ins Weichspülerfach geben.
  4. Bei 40° C waschen. Ich nutze hier das „Active Sport“-Programm, das eigentlich für stark verschwitzte Funktionswäsche gedacht ist. Der Vorteil: Es wird zwei Mal gespült.

Bitte nicht heißer waschen, sonst schmilzt der Duschvorhang in der Maschine! Das Handtuch ist wichtig, damit der Vorhang etwas gepolstert ist und nicht reißt.

 

Danach kommt der Duschvorhang wieder schön sauber aus der Maschine und kann direkt aufgehängt werden. Netter Nebeneffekt: Der Apfelessig tut auch der Waschmaschine gut, weil er als Kalklöser wirkt. Und, hat schon mal jemand von Euch einen Duschvorhang gewaschen? Ich mache das alle paar Monate und sorge dadurch für weniger Plastikmüll, weil der Duschvorhang länger in Verwendung bleibt, ohne dass ich mich ekeln muss. So, damit gibt es seit langem mal wieder etwas zum Recycle-&-DIY-Tag!

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(c) Histamin-Pirat

Stress lass nach!

Stress ist für Betroffene von Histaminintoleranz und vor allem für Mastozytose-Patienten ein bekannter „Übeltäter“. Ob beruflich oder privat, Stress führt dazu, dass die histaminspeichernden Mastzellen den Stoff freisetzen.

Stress entsteht auch dann, wenn man sich wegen seiner Ernährung verrückt macht. Ein Fakt, der manchmal unter den Tisch fällt. Fragen wie „Habe ich was Falsches gegessen?“ oder Gedanken wie „Ich glaub, das steht auf der Liste XY und das darf ich dann ja gar nicht!“ sind zwar begründet, können im Übermaß jedoch Panik auslösen. Essen wird nicht mehr als wertvoller „Brennstoff“ für den Körper angesehen, sondern zum roten Tuch. Bei aller Genauigkeit, die man also bei der histaminarmen Ernährung an den Tag legen will, kann man mit den ständigen Gedankenspiralen genau das Gegenteil erreichen. Man stresst sich und führt seinem Körper so mehr Histamin zu!

Wie viel Vorsicht ist eigentlich nötig?

Vor allem direkt nach der Diagnose oder beim Ausprobieren bisher nicht gegessener oder zuvor einmal schlecht vertragender Lebensmittel ist die Verunsicherung groß. Geht das? „Darf“ ich das? Um das herauszufinden, dienen die verschiedenen Listen wie die der schweizerischen Interessensgemeinschaft als gute Inspiration, am Ende muss jeder jedoch seine eigene Liste anlegen. Und das geht mit einem Ernährungstagebuch. Am besten testet man sukzessive etwa alle zwei bis drei Tage stets ein „neues“ Lebensmittel aus, sofern keine schlimme Reaktion eintritt. Ansonsten empfiehlt es sich noch einen oder zwei weitere Tage abzuwarten, bevor weiter getestet wird.

Wer mit dieser stringenten Vorgehensweise nicht zurechtkommt, etwa weil die sehr einseitige Ernährung am Beginn der sogenannten Kartoffel-Reis-Diät zu Mangelerscheinungen führt bzw. weil man sich nur noch schlapp fühlt, kann auch mit mehreren Lebensmitteln in Rotation beginnen. Vorab sollten jedoch Allergien und eventuelle weitere vorhandene Intoleranzen bekannt sein. Ausschließlich ganz „harmlose“ Lebensmittel sollten in den Kanon aufgenommen werden. In der SIGHI-Liste sind die grün bzw. mit 0 markiert.

Die Dosis macht das Gift

Greift man dennoch einmal daneben, kommt es vor allem auf die Menge an. Die Histaminintoleranz ist keine Allergie (auch wenn die Symptome zuweilen ähnlich sind). Dementsprechend muss auch erst eine individuelle Toleranzschwelle überschritten werden, bevor es zu Kopfschmerzen, Übelkeit etc. kommt. Allergiker reagieren hingegen bereits bei geringen Mengen mit einer immunologischen Abwehrreaktion.

Dieser Fakt ist im Grunde beruhigend, aber auch tückisch. Einerseits sind Sofortreaktionen auf histaminhaltige Lebensmittel, sofern nur wenige Bissen gegessen wurden, selten, andererseits lässt sich so nicht immer feststellen, ob das Lebensmittel generell bzw. in größeren Mengen ebenso vertragen wird. Hinzu kommt, dass Reaktionen erst durch Kombination verschiedener Stoffe entstehen können – dann gerne auch mal zeitverzögert. Wieso eigentlich?

Die tickende „Histaminzeitbombe“ verstehen

Verschiedene Faktoren können zu einem mehr oder weniger großen „Histamin-Peng“ beitragen.

  • histaminreiche Speisen, weil die DAO mit dem Abbau von Histamin nicht nachkommt
  • andere biogene Amine, weil sie entweder zur Histaminausschüttung beitragen oder ebenfalls auf die DAO als Abbauweg angewiesen sind
  • DAO-Blocker wie Koffein, weil sie die DAO-Funktion einschränken, wodurch histaminreiche Speisen, die gleichzeitig gegessen werden, nicht vertragen werden
  • vor allem bei Mastozytose: überaktive Mastzellen, die bei bestimmten Reizen vermehrt Histamin ausschütten und die HNMT kommt mit dem Abbau nicht nach

Das Problem liegt darin, diese Faktoren zusammenzudenken.

Beispiel:

Ein histaminarmes Dinkelbrötchen mit Putensalami (mittel bis viel Histamin) wird zu einer Tasse Kaffee (DAO-Blocker/Liberator) gegessen.

Je nach Sensibilität bzw. DAO-Aktivität sind Symptome zu erwarten.

Anderes Beispiel:

Ein histaminarmes Dinkelbrötchen wird nach einem ausgiebigen Sonnenbad (UV-Strahlung als Histaminliberator) trotz histaminarmem Hüttenkäsebelag nicht vertragen.

Im Idealfall werden daher auch kurz Aktivitäten wie Sport, Aufenthalt in der Sonne etc. im Ernährungstagebuch notiert. Auf diese Weise lassen sich zuweilen scheinbar unerklärliche Reaktionen doch erklären. Darüber hinaus sollte bei dauerhaften Reaktionen trotz histaminarmer Ernährung an verschiedene mögliche Nährstoffmängel wie Vitamin D, Magnesium oder Zink gedacht werden. Ein gezielter Bluttest gibt Auskunft. Und ansonsten?

Einfach mal tief durchatmen

Entspannungstechniken gehören zum essentiellen Handwerkszeug bei Histaminintoleranz. Im Grunde ist alles, was entspannt auch erlaubt. Wen also Wandern entspannt, der geht raus in die Natur. Wer bei Musik die Seele baumeln lassen kann, legt die passende Lieblingsplatte auf usw.

Einige Techniken haben sich jedoch besonders bewährt:

Während Atemtechniken wie die obigen hervorragend sind, um Stress einfach auszuatmen, sind sie für manche aufgrund der begleitenden Bewegung zu intensiv bzw. zu anstrengend. Atemübungen können auch einfach im Sitzen auf einem Stuhl oder auf einem Sitzkissen durchgeführt werden. Ich persönlich experimentiere neuerdings sehr gerne mit verschiedenen Handzeichen (Mudras), um die Energie auf unterschiedliche Weise fließen zu lassen. Besonders angenehm finde ich im Moment das Hridaya (Herz) Mudra.

Meditation und die begleitenden Atemübungen können aber auch ganz anders angegangen werden. Buddhistische Mönche malen zum Beispiel auch:

Malen als Entspannungstechnik wird in letzter Zeit gerade wiederentdeckt. Stichwort: Malbücher für Erwachsene. Wer es selbst einmal probieren möchte, muss nicht unbedingt zu farbigem Sand wie die buddhistischen Mönche oder zu vorgefertigten Ausmalbüchern des neuen Trends greifen. Mit bunten Stiften und der Maltechnik „Zentangle“ können Motive auch einfach selbst kreiert werden. Dabei werden symmetrische Formen auf quadratisches Papier gebracht, um auf meditative Weise individuelle Muster zu erschaffen.

Zusammenfassung:

Ich bedanke mich beim Irisiana-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Von anderen Betroffenen lernen (Teil 2 – Rezension)

Klar, wir können Symptome, Hausmittelchen und was sonst noch relevant bei Histaminintoleranz ist, googeln. Durch die zahlreichen E-Mail-Zuschriften, die ich regelmäßig erhalte und über die ich mich stets freue, weiß ich aber, dass es vielen leichter fällt, direkt von anderen Betroffenen (oder in meinem Fall: deren Nahestehenden) zu lernen. Manchmal möchte man auch einfach nur jemanden haben, der einen nach langer Ärzte-Odyssee ernst nimmt, der sein offenes Ohr leiht, bei dem man sich mal ausweinen kann.

Denn nicht alle Nachrichten, die in mein Postfach wandern, enthalten konkrete Fragen. Manchmal steht nur „Danke“ drin, manchmal geht es schlicht um Erfahrungsaustausch:

Wie war das bei Euch so? Habt Ihr das auch schon erlebt? Wie geht Ihr damit um?

Ich versuche auf alle Anliegen einzugehen. Manchmal kann das jedoch ein paar Tage dauern. Wer schnelle Hilfe sucht, klickt sich daher am besten zu einer der vielen Selbsthilfegruppen im Netz. Hier gibt es viele Leidensgenossen, die gerne mit Rat zur Seite stehen oder ein offenes Ohr haben, wenn man sich mal „ausquatschen“ will.

Wer lieber für sich im Stillen nach einer Lösung sucht, aber getrost auf den Flimmerkasten, der auch gerade auf meinem Schoß sitzt, verzichten kann, fragt nicht Tante Google, sondern greift zum Buch. Aber zu welchem?

Der Buchmarkt bietet zahlreiche Ratgeberbücher mittlerweile auch zu Histaminintoleranz an. Nicht alle davon finde ich empfehlenswert. Vielleicht wäre das mal ein Thema für einen separaten Beitrag? Ratgeber über HIT, die ich empfehlen würde? Im Kommentarfeld ist Raum für Deine Meinung.

Demnächst wird es hoffentlich auch ein Büchlein von mir über HIT und Mastzellaktivierungserkrankungen wie Mastozytose geben. Bis dahin kann ich Euch das Buch von Inge Lutz empfehlen, über das ich mehr durch Zufall gestolpert bin.

 

Histamin-Intoleranz –Ein Leben ohne Netz und doppelten Boden

Inge Lutz hat ein ganz anderes Buch geschrieben, als ich es vorhabe zu veröffentlichen. Sie verzichtet bewusst auf wissenschaftliches „Blabla“ und konzentriert sich stattdessen auf das Wesentliche. Vor allem für HIT-Neulinge bietet sich dieses Buch daher an. Sie erhalten ein Gefühl dafür, was nach der Diagnose auf sie zukommt, ohne gleichzeitig mit Informationen geflutet zu werden. Den einen oder anderen mag die Komplexität von HIT zunächst etwas erschlagen. Da ist es wichtig einen einfühlsamen Zugang zu wählen.

Inge Lutz beschreibt daher im ersten Teil des Buchs wie sie zur Hit „gekommen ist“ und was ihr hilft. Die quasi obligatorische Ärzte-Odyssee von HIT-Betroffenen hat auch sie durchmachen müssen. Sie ist ebenso auf Ärzte mit Unverständnis getroffen wie wir. Und hat solche Mediziner kennen lernen müssen, die sie nicht ernst genommen haben oder als Hypochonder abgetan haben. Daneben hat sie aber auch solche Heilpraktiker und Ärzte kennen gelernt, die bereit waren, sich mit ihren Problemen auseinanderzusetzen – engagierte Ärzte, die es sich zu ihrer Aufgabe gemacht haben, Inge Lutz zu helfen! Am Ende stellt sich heraus, dass sie keine HIT, sondern Mastozytose hat.

Es liegt also kein Mangel der histaminabbauenden Enzyme DAO oder HNMT als Ursache vor, sondern die histaminspeichernden Mastzellen vermehren sich zu stark. Ihre Zahl ist zu groß und so kommt es nicht nur im Magen-Darm-Trakt, sondern sogar eher vorwiegend an anderer Stelle zu Symptomen, die durch zu viel Histamin ausgelöst werden (Herzrasen, Schüttelfrost, etc.), welches die Mastzellen ausschütten. Mastzellstabilisierende Maßnahmen sowie entzündungshemmende Hausmittel und Medikamente helfen neben einer auf histaminarme Kost (möglichst ohne Liberatoren) ausgerichtete Ernährung. Mastozytose-Betroffenen reagieren mehr noch als HIT-Betroffene auf Umwelteinflüsse wie Wiederumschwünge, Duftstoffe und Stress.

Wie auch ich festgestellt habe, kommt auch bei Inge Lutz die Histaminproblematik selten allein.

Ich habe beispielsweise noch ein Abbauproblem von stärkehaltigen Nahrungsmitteln, eine Sorbit-Unverträglichkeit und eben die außergewöhnlich extreme Medikamentenunverträglichkeit. Dazu kommen diverse Allergien und ein Kälteasthma […].

Generell gibt es Bezüge zu weiteren entzündlichen Krankheiten. Dazu zählen beispielsweise auch entzündliche, aber nicht ansteckende Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis/Schuppenflechte und – Rosacea, was als „Flush“ auch zu den Symptomen der HIT gerechnet wird. Während Rosacea im Buch vorkommt, werden atopische Dermatitis bzw. Neurodermitis und Psoriasis bzw. Schuppenflechte nicht erwähnt. Das macht ja auch nichts. Bei letzteren beiden gehen Forscher von einer genetischen Prädisposition aus. Die Krankheiten werden also häufig vererbt, was ja bei HIT nicht immer der Fall sein muss. Trotzdem klagen viele HIT-Betroffene über sehr trockene Haut, die zuweilen juckt oder sich manchmal wie bei der Schuppenflechte in leicht zu lösende, verdickte Schuppen legt. Wo liegt der mögliche Zusammenhang? Vitamin D. Das immunmodulierende, fettlösliche Vitamin, welches aufgrund seiner Funktionen im Körper als Hormon gehandelt wird, kommt sowohl bei Psoriasis-, als auch bei Neurodermitis-Betroffenen meist in zu geringen Mengen vor. Ein Vitamin-D-Mangel kann häufig auch bei HIT-Betroffenen festgestellt werden. Daher gibt es einen eigenen Beitrag zum Thema hier.

Im Verlauf des Buchs wird bei Inge Lutz, bei der die HIT erst mit den Wechseljahren richtig schlimm wurde, noch Osteoporose festgestellt. Auch hier spielt Vitamin D neben Calcium und Phosphor eine wichtige Rolle.

Im zweiten Teil geht es um Definitionsfragen der Krankheit. Wir lesen, ähnlich wie auf meiner Überblicksseite, dass HIT eine Pseudoallergie ist, weil die Symptome denen einer allergischen Reaktion ähneln. „Pseudo“ leitet sich aus dem Griechischem ab und bedeutet so viel wie „lügen“, „täuschen“. Histamin erhöht die Gefäßdurchlässigkeit und beeinflusst die Muskelanspannung. In den Bronchien kann das zu den typischen Symptomen einer allergischen Reaktion Niesen, Husten und Atemnot beitragen. In der Haut werden Quaddeln sichtbar, usw. Die Symptome reichen schlimmstenfalls bis hin zum anaphylaktischen Schock mit Kreislaufkollaps. Die HIT gibt also vor, eine Allergie zu sein, ist aber keine. Ganz schön fies.

Im dritten und vierten Teil bekommen Betroffene praktische Tipps an die Hand. Einzelne Lebensmittel werden genauer unter die Lupe genommen und es werden Hinweise gegeben, was gegen zu viel Histamin helfen kann. Zum Beispiel:

  • Vitamin C ( etwa in Form von Acerola-Pulver)
  • Vitamin D

Besonders gelungen finde ich den vierten und letzten Teil, eine Art Glossar mit dem Titel „Kleines ABC zur Orientierung“.

Fazit

Alles in allem finde ich das Buch als Einstieg in die Krankheit sehr gelungen. Klar, man könnte noch so viel mehr über diese komplexe Krankheit schreiben und noch mehr Bezüge zu anderen Krankheiten schlagen. Ziel des Buchs ist es aber vor allem, Betroffenen einen informativen Seelenschmeichler an die Hand zu geben, der sagen will: Durchhalten! Du schaffst das! Am Ende muss sowieso jeder seinen eigenen Weg mit HIT finden. Betroffene reagieren ja auch auf viele Stoffe sehr individuell. Ein Ausrutscher beim Essen (oder mit Kosmetika oder Medikamenten) kann schnell böse Konsequenzen haben. So kam es übrigens zum Untertitel „Ein Leben ohne Netz und doppelten Boden“. Auf dem ungesicherten Hochseil lebt man ähnlich gefährlich wie mit HIT/Mastozytose, so fühlte sich Inge Lutz zumindest oft.

Ein zweites Anliegen der Autorin, das auch mir am Herzen liegt, ist, dass die Krankheit/en in Zukunft noch besser erforscht wird/werden, so dass Betroffene leichter Hilfe finden und von Ärzten besser verstanden und ernst genommen werden.

Wer jedoch tiefergehende Informationen und viele neue Rezepte sucht (nur eine kleine Auswahl von sieben Rezepten ist im Buch vorhanden), wird mit dem Buch kaum Freude haben.

Zusammenfassung:

Ich bedanke mich beim Neufeld-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

 

Warum Dinkel besser als Weizen ist und was es zu beachten gibt

Was ist eigentlich mit Weizen?

Immer wieder ist von Betroffenen zu hören und zu lesen, dass sie Weizen schlecht vertragen. Dabei ist im Weizen weder sonderlich viel Histamin enthalten, noch haben die klagenden „Histaminer“ Zöliakie oder eine Glutenunverträglichkeit. Was ist hier also los? Und warum vertragen sie Dinkel meist besser?

Der Übeltäter ist nicht unbedingt das Gluten, denn das ist auch im Dinkel enthalten, in der Regel sogar mehr.

Besonders stark werden die Beschwerden häufig empfunden, wenn mit Vollkornmehl gebacken und gekocht wird. Man will sich schließlich etwas Gutes tun und auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt schließlich:

Brot, Getreideflocken, Nudeln, Reis, am besten aus Vollkorn, sowie Kartoffeln enthalten reichlich Vitamine, Mineralstoffe sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Verzehren Sie diese Lebensmittel mit möglichst fettarmen Zutaten. Mindestens 30 Gramm Ballaststoffe, vor allem aus Vollkornprodukten, sollten es täglich sein. Eine hohe Zufuhr senkt die Risiken für verschiedene ernährungsmitbedingte Krankheiten.

Doch ist Vollkorn – vor allem vom Weizen – wirklich so gesund bei Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungserkrankungen?

In der Schale der Körner sind nicht nur die von der DGE angepriesenen Ballaststoffe zu finden, sondern auch Amylase-Trypsin-Inhibitoren, sogenannte ATIs, über die ich hier schon mal ganz kurz geschrieben habe. Außerdem sitzen Agglutinine in der Schale. Agglutinine dienen bei Getreide und auch Hülsenfrüchten als Schutz vor Schädlingen. Das Weizenkeimagglutinin (WGA) ist so effektiv, dass es auch in genveränderten Mais eingebaut wurde! Während ATIs und WGA zwar vor Fressschäden und Pilzbefall schützen und somit eine reichere Ernte sichern, machen diese Stoffe den Darm durchlässiger. Sie verursachen eine Immunreaktion und führen zu Entzündungen. Beide Stoffe werden mittlerweile abseits von Gluten als wichtige Faktoren für Entzündungsschübe bei verschiedenen Krankheiten, allen voran natürlich bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gehandelt.

Während Dinkel zwar mehr Gluten enthält, sind in der Urweizensorte bedeutet weniger ATIs und Agglutinin zu finden. Allerdings muss dann auch wirklich Dinkel gekauft werden. Durch den „Dinkel-Hype“ gibt es auch hier mittlerweile hochgezüchtete Sorten wie Zollernspelz, die mehr an Weizen als an Dinkel erinnern. Alternativ sind auch andere Urgetreidesorten wie Einkorn oder Emmer zu empfehlen. Um gänzlich auf die entzündungsfördernden Stoffe zu verzichten, sollte glattes Mehl statt Vollkornmehl gekauft werden.

Tipp:

Gute Ballaststoffquellen sind Haferflocken und Flohsamenschalen.

Warum nicht einfach glutenfrei?

Wer ganz auf glutenfrei umsteigen möchte, kann sich mal in mein Glutenfrei-Spezial einlesen. Alle Beiträge hierzu sind im Inhaltsverzeichnis unter „Bisherige Tipps“ –> „Glutenfreie Info-Wochen“ zu finden. Leider ist das glutenfreie Backen bei HIT und Mastzellaktivierung immer noch recht aufwändig.

Ich bin beispielsweise nach wie vor auf der Suche nach einer histamintauglichen glutenfreien Backmischung. Leider ist bei allen Herstellern von Bauckhof, über Schär, bis Provicell entweder Johannisbrotkernmehl (nicht ganz so schlimm) und Guarkernmehl („böse“) als Verdickungs- bzw. Bindemittel enthalten.

Trotzdem bin ich bei Provicell mal hängen geblieben. Neben glutenfreiem Brot hat der Hersteller nämlich weitere interessante Produkte im Angebot.

Ab und an schmeckt der würzige Hanfsamenaufstrich sehr lecker, aber Achtung – nicht übertreiben – es ist Curry drin!

Richtig spannend sind jedoch die hautfreundlichen Reinigungs-, Wasch- und Putzmittel sowie die Olivenölcreme. Zu der Creme wird es einen eigenen Beitrag geben. Alle, die mit Psoriasis, Neurodermitis oder Urticaria/Nesselsucht zu kämpfen haben, dürfen sich auf diesen Artikel freuen.

(c) Histamin-Pirat

 

Ganz entspannt ins neue Jahr …

Neben histaminreichen Nahrungsmitteln und solchen, die als Liberatoren wirken und dafür sorgen, dass der Körper eigenes Histamin ausschüttet, gibt es noch andere Faktoren, die sich bei Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungsstörungen negativ auf den Histaminhaushalt auswirken können. Schlimmstenfalls kommt es zum Überschuss und somit zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, usw.

Einer dieser Auslöser, das liest man immer wieder, ist Sport. Jeder, der nach dem Motto „Sport ist Mord“ lebt, schlägt da vielleicht freudig in die Hände und denkt sich: „Ha, endlich eine gute Ausrede, nicht wie ein Hamster im Laufrad vor mich hin zu sporteln!“ Andere fragen sich vielleicht: „Aber Sport ist doch gesund?!“

Ist Sport für Betroffene von Histaminintoleranz dann also wirklich schädlich?

Dazu sollte man sich zunächst fragen: Was ist Sport eigentlich? Beim Sport denken wir vor allem in dieser Jahreszeit an Ski-Langlauf, Snowboarden und im Rest des Jahres an Badminton, Schwimmen, Sprinten, Stabhochsprung, Klettern, Joggen und auch Yoga. Daneben gibt es Cross-Fit, Hanteltraining und andere Kraftsportarten. Welche Sportarten gemocht werden, ist meist eine ziemliche Geschmacksfrage. Ich mag Badminton, Schwimmen und Yoga. Der Histaminer skatet gerne und spielt auch mal Badminton und mag ansonsten Kampfsport, allerdings alles in Maßen – nicht in Massen.

Viele Betroffene von histaminbezogenen Erkrankungen ertragen aber nicht einmal fünf bis zehn Minuten Training und lassen es stattdessen lieber ganz sein, wodurch nicht selten ein Mini-Teufelskreislauf in Gang gesetzt wird. Schließlich hat Sport viele Vorteile für unser Herz-Kreislauf-System. Sport hält „fit“ und verhindert, dass wir dick werden. Übergewicht ist schließlich ein Risikofaktor für verschiedene Krankheiten wie Diabetes.

Wer Probleme mit Histamin hat, muss nicht (und sollte auch nicht) ganz auf Sport verzichten. Wer sich körperlich betätigen will, muss nur wissen, wie.

Cardio-Training und Histamin

Alles, was in kürzester Zeit unseren Kreislauf auf Hochtouren bringen soll, ist nicht unbedingt zu empfehlen. Dazu zählen:

  • alle Arten von Cardio-Training
  • hochintensives Intervall-Training (HIIT) – HIIT ist nicht gut bei HIT (kann man sich gut merken)
  • Leistungssport: Sprinten, Marathon und alles andere, was wirklich sehr zehrt, schlaucht und dem Körper enorm viel Wasser entzieht
  • Bikra-Yoga (viel Schwitzen und damit Flüssigkeitsverlust)

Anders sieht das jedoch mit traditionellem Krafttraining aus. Für alle angehenden Bodybuilder unter Euch, aber auch für Yogis und Yoginis lautet die gute Nachricht: Ihr dürft!

Hanteln und Körpergewicht als Widerstand beim Krafttraining

Beim Krafttraining – ob nun mit Hanteln (Bodybuilding) oder mit dem eigenen Körpergewicht (Yoga, Pilates, etc.) – wird der Kreislauf geschont, wodurch der Körper weniger Histamin ausschüttet. Speziell für Yoga und verwandte Sportarten (Tai Chi, Meditation, Progressive Muskelentspannung, etc.) gilt, dass die dazu gehörenden Übungen sogar den Histaminspiegel senken können!

Aber Achtung: Wer aus Angst vor Sport (und den damit einhergehenden Histaminreaktionen) oder aus Faulheit oder Zeitmangel bisher ein Leben als Couch-Potato gefristet hat, sollte es langsam angehen lassen.

Wird das Training zum Stress, steigt auch wieder der Histaminspiegel. Das wissen wir ja bereits: Stress sorgt dafür, dass wir Histamin ausschütten! Gute Vorsätze hin oder her, übertreibt es also nicht!

Außerdem sollte der gewünschte Traumkörper nicht auf Kosten des vorhandenen Körpers entstehen müssen. Was ich meine? Wer nur eine Ein-Kilo-Hantel bequem bewegen kann, sollte vorerst dabei bleiben und nicht größenwahnsinnig zur Fünf-Kilo-Hantel greifen. Dadurch wird nicht nur riskiert, dass die Bewegungen falsch durchgeführt werden, wodurch Fehlhaltungen entstehen und Verletzungen auftreten können, sondern auch, dass wiederum mehr Histamin ausgeschüttet wird. Der Grund? Beim Muskelaufbautraining sind minimale Muskelfaserrisse normal. Wenn der Körper diese repariert, wächst der Muskel; er wird stärker, aber im Körper entstehen währenddessen auch klitzekleine Entzündungsherde. Und Histamin als Entzündungsmediator ist auch hier wieder präsent. Muskelaufbau ja, aber langsam und maßvoll, lautet die Devise.

In der Vergangenheit habe ich bereits meine Trias der, meiner Meinung nach, besten Trainingsoptionen für Histamingeplagte auf dem Blog vorgestellt:

  1. Yoga
  2. Kampfsport
  3. Meditation

„Der Körper ist der Bogen, die Asanas im Yoga sind die Pfeile und die Seele ist das Ziel.“

Damit hat Yoga-Guru B.K.S. Iyengar eigentlich bereits auf den Punkt gebracht, worum es beim Yoga geht, nämlich darum, ganzheitliche Gesundheit zu erlangen.

Heute möchte ich noch einmal ein bisschen auf die Drei eingehen, um Euch einen guten und entspannten Start ins neue Jahr zu liefern. Von Bikram-Yoga einmal abgesehen, bietet Yoga eine Vielfalt an modernen Yoga-Stilen, die im Prinzip trotzdem alle auf das traditionelle Hatha-Yoga zurückgehen, aber verschiedene Schwerpunkte setzen:

  • Vinyasa-Yoga: sehr dynamisch und tänzerisch (Freude am Bewegen)
  • Iyengar-Yoga: anspruchsvoll, aber auf individuelle Bedürfnisse (z.B. Vorverletzungen) ausgelegt
  • Anusara-Yoga: in Anlehnung an Iyengar-Yoga sehr medizinisch auf individuelle Bedürfnisse ausgelegt
  • Restorative Yoga: sehr entspannt, mit viel Zubehör (Props), um angenehme Posen zur Meditation unter Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse einzunehmen
  • Yin-Yoga: ähnlich wie Restorative Yoga sehr ruhig, die Posen werden lange gehalten, zur Meditation und zum Faszientraining
  • Pilates: eigentlich kein Yoga-Stil, aber doch verwandt damit, Schwerpunkt: Bauchmuskel- und Beckenbodentraining

Weitere Yoga-Stile sind z.B.:

  • Forest-Yoga
  • Kundalini-Yoga
  • Jivamukti-Yoga
  • Sivananda-Yoga

Kurz vor dem Jahresende habe ich mich besonders auf das Buch „Gesund durch Yin Yoga“ von Stefanie Arend gefreut, schließlich ist Yin Yoga mit Sicherheit mein Lieblingsyogastil neben Vinyasa-Yoga. Ich wurde aber ein bisschen enttäuscht.

Was wir heute als Yin Yoga bezeichnen, war stets Teil des Hatha-Yogas. Das körperbetonte Training hat jedoch in der Moderne dazu geführt, dass die traditionellen Yin-Posen, die für das Ruhige, Kühle und Meditative stehen, nach und nach von Yang-Posen, die energetisch, warm und dynamisch sind, verdrängt worden sind. Allerdings finden wir davon in Stefanie Arends Buch kein Wort.

Sie schreibt lediglich auf S. 12

Mein erster Yin-Yoga-Lehrer war Paul Grilley, ein Mentor, der mich in meiner persönlichen Yogapraxis stark inspiriert und sehr beeinflusst hat. Er hat Yin-Yoga zu dem gemacht, was wir heute darunter verstehen.

Dass Yin Yoga heute die Rolle in der Yoga-Praxis einnimmt, die ihm eigentlich immer zugestanden ist, verdanken wir allerdings ursprünglich einem anderen Mann als Paul Grilley, nämlich Paulie Zink. Der Kungu-Fu-Meister hat nur wenige Schüler in der Kunst des Yin-Yogas unterrichtet, dessen Posen ursprünglich dazu gedacht waren, buddhistischen Mönchen die langen Meditationsposen zu erleichtern. Dadurch besteht auch ein enger Bezug zwischen Yin-Yoga und Kampfsport wie Kung Fu.

Paul Grilley hat zwar in der Vergangenheit für etwa ein Jahr Unterricht bei Paulie Zink genommen, ist aber per se kein zertifizierter Yin-Yoga-Lehrer. Yin Yoga, das ursprünglich Taoist oder TaoYin oder Yin und Yang Yoga von Paulie Zink genannt wurde, ist mittlerweile zu einem enormen Geschäft geworden, wodurch sich vor allem Paul Grilley, der die Lehren, die ihm vermittelt worden sind, um seine eigene Philosophie ergänzt hat, ein goldenes Näschen verdient hat und nach wie vor in der ganzen Welt Kurse gibt.

Dabei sind vor allem die Kampfsportbezüge sowie die wichtigen Informationen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verloren gegangen. Yin Yoga nach Paul Grilley ist zur puren Form verblasst und das merkt man auch dem Buch von Stefanie Arend an.

Das halbesoterische Gefasel, das fälschlicherweise gerne mit TCM in Verbindung gebracht wird, weil wir in den traditionellen Büchern eine sehr metaphorische Sprache vorfinden, hat wenig mit medizinischer Kenntnis zu tun. Wenn in Büchern wie „Complete Book of Chinese Medicine“ von Wong Kiew Kit Sachen stehen wie:

„He is sick because he has no fire in his stomach“ and „The Physician cures the patient by using earth to give birth to metal“ […]

Dann sind ganz konkrete Dinge und genaue Prinzipien gemeint. Wenn ich aber Yoga-Lehrer höre, die davon reden, dass wir unser Herz „schmelzen“ sollen oder „durch die Füße atmen“ sollen, dann ist das einfach nur Unfug.

Entsprechend mit Vorsicht zu genießen sind medizinische Hinweise solcher Yoga-Lehrer. Stefanie Arend, die im Übrigen auch Ernährungsberaterin ist, schreibt beispielsweise zum Thema Allergien:

Bei Allergien ist es ratsam, auch eine Behandlung des Darms in Betracht zu ziehen, da er im Wesentlichen für unsere Immunabwehr verantwortlich ist. Betroffene sollten regelmäßig Darmreinigungskuren durchführen, zum Beispiel durch die Einnahme von Flohsamenschalen und Bentonit, aber auch durch Einläufe oder Colon-Hydro-Therapien, bei denen der Darm gespült wird.

Uff, also da ist nun viel durcheinander geraten. Gerade mich regen solche Aussagen besonders auf, da sie es Betroffenen von Mastzellaktivierungserkrankungen und von Histaminintoleranz noch schwerer als ohnehin schon machen, ihre Krankheit zu erklären. Sie bekommen dann nämlich rasch die Antwort von ihrem Gegenüber: Ah, du hast eine Allergie!

Nein, nicht alles, was mit Histamin zu tun hat, ist eine Allergie und nein, nicht bei jeder Allergie hilft eine Darmreinigung. Insbesondere von einer Ernährungsberaterin hätte ich doch eine differenziertere Aussage zu Darmfehlbesiedlung, Allergien (Medikamentenallergie, Heuschnupfen, etc.) und Intoleranzen erwartet.

Wer trotzdem den empfohlenen Yin-Yoga-Flow gegen Allergie durchführen möchte:

Interessant wird es, wenn wir zu Verdauungsbeschwerden kommen, denn dazu gibt es noch mal ein Extra-Kapitel:

Generelle Tipps wie „weniger Bläh- und mehr Ballaststoffe“ greifen doch ein bisschen kurz, können aber grundsätzlich mal bei Verdauungsbeschwerden nicht schaden. Doch das sind irgendwie auch nur Binsenweisheiten. Aber das Ganze auch noch so unglücklich und widersprüchlich zu formulieren, ist für den Leser und die Leserin nur noch verwirrend:

Ballaststoffe unterstützen die Darmfunktion und stecken vor allem in Obst, Salat, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Wichtig dabei: reichlich trinken! Blähungen werden oft durch Kohlgemüse und Hülsenfrüchte ausgelöst, einige Menschen reagieren aber auch auf ein Plus an Ballaststoffen. Hier gilt, auf den eigenen Körper zu achten. […] Ein wahrer Alleskönner sind Flohsamenschalen […]

Jemand, der beispielsweise Verdauungsbeschwerden aufgrund von Histaminintoleranz oder wegen einer Fructose-Malabsorption oder einer Laktoseintoleranz hat, kann mit diesem Allgemeinplätzchen wirklich nicht viel anfangen. Ganz davon abgesehen, dass Obst nur recht wenig Ballaststoffe liefert. Punkt ist, Verdauungsbeschwerden können diverse Ursachen haben. Verschiedene Krankheiten von Intoleranzen bis hin zu chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen müssen unter Umständen in Betracht gezogen und vor allem ganz individuell abgewogen und schließlich ebenso individuell behandelt werden.

Im Klappentext steht das ja auch:

Als Ernährungsberaterin arbeitet sie ganzheitlich und integriert dabei verschiedene Ansätze in ihre Beratungen, abhängig davon, was der Einzelne gerade braucht.

Stefanie Arend, die im Buch fleißig Bezug zur TCM schlägt, wirft überraschend oft mit generellen Floskeln um sich. Dabei steht doch gerade in der traditionellen chinesischen (und auch in der traditionellen europäischen) Medizin der Patient im Ganzen (holistisch) im Fokus. Es werden nicht nur seine Beschwerden einzeln betrachtet und mit speziellen Pillen unterdrückt, sondern die Ursache soll gefunden werden.

Folgende Bewegungen emfiehlt Stefanie Arend bei Verdauungsbeschwerden:

Vor allem die „gestreckten Beine“ und das „Kamel“ wird jedoch nicht jeder mit Verdauungsbeschwerden bewältigen können.

Zusammenfassung:

  • „Gesund durch Yin Yoga“ von Stefanie Arend
  • 192 Seiten, Taschenbuch
  • Informationen über Yin Yoga
  • zahlreiche Posen und problemorientierte Trainingspläne
  • 19,99 Euro, erschienen im Südwest-Verlag

Ich bedanke mich beim Südwest-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Passender wäre eine Übung wie Beine gegen die Wand:

Darüber hinaus sind sanftere Flows wie diese zwei sehr sinnvoll (auch bei Histaminproblemen):

Wer etwas mehr Zeit zwischen den Jahren hat, um sich zu entspannen, dem empfehle ich eine meiner Lieblingsroutinen:

Wie immer gilt für Yin-Yoga-Flows: Decke nicht vergessen. Wer so viel liegt und Faszien stretcht, dem wird manchmal kalt. Noch mehr gute Yoga-Videos gibt es hier und hier.

Was (gerne auch abseits von Yoga, Meditation und Kampfsport) entspannt Euch am meisten? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Guten Rutsch und kommt entspannt ins neue Jahr!

(c) Histamin-Pirat

Matcha: Was ist das eigentlich und geht das überhaupt bei HIT?

Darf ich das mit Matcha machen?

Bei Histaminintoleranz stehen Betroffene immer wieder vor der Frage: Darf ich das eigentlich? So sehr wir uns stets genaue Aussagen wünschen würden, gibt es die nur selten. Die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln kann ganz individuell ausfallen. Nämlich genau so individuell, wie die Histaminintoleranz selbst.

Da sind zum einen diejenigen, die aufgrund einer ärztlichen Fehlmedikamentation, einer andauernden Antibiotikabehandlung oder aus anderen Gründen eine gestörte Darmflora mitsamt HIT entwickelt haben. Zum anderen gibt es diejenigen, die schon immer mit zu viel Histamin zu kämpfen hatten. Sorgt ein Gendefekt für einen HNMT-Mangel oder sind gar die Mastzellen zu aktiv? Zweiteres wäre dann schon keine Histaminintoleranz mehr, sondern eine Mastzellaktivierungserkrankung. Trotzdem haben die Betroffenen genauso mit zu viel Histamin im Körper zu kämpfen und müssen ganz genau schauen, was auf den Teller kommt. Möglichst histaminarm und im Fall von Mastzellaktivierungserkrankungen gilt zudem möglichst ohne andere biogene Amine und andere Auslöser, die als Liberatoren wirken. Uff!

Das klingt nach Verzicht, muss es aber nicht sein. Wichtig ist, auf den eigenen Körper zu hören, die eigene Toleranzschwelle zu kennen UND: clever zu kombinieren. Denn viele Lebensmittel enthalten

  • DAO-Co-Faktoren
  • antihistamin wirkende Stoffe/Histaminrezeptorblocker
  • mastzellstabilisierende Substanzen

Man muss sie nur finden! Zum Beispiel:

Wir schätzen Schwarzkümmel in Öl- und Samenform besonders als Antihistaminikum (ganz ohne lästige Nebenwirkungen wie Müdigkeit).

Wir mögen Chia-Samen, weil sie unter anderem Zink und andere DAO-Co-Faktoren enthalten, aber mit viel Wasser genossen werden müssen.

Und wir mögen Grüntee, weil er mastzellstabilisierend wirkt. Aber Moment mal, ist Grüntee nicht „böse“?

Grüntee als Mastzellstabilisator

Ich habe mich hier schon einmal mit Tee, Kaffee und Kakao auseinandergesetzt. In diesem Artikel steht bereits, dass Grüntee Schwarztee vorzuziehen ist und zwar weil grüner Tee (und auch weißer Tee) meist wenig bis gar nicht fermentiert ist. Dadurch ist quasi kein Histamin enthalten. Ein Problem bleibt aber: Teein/Kaffein. Das führt dazu, dass Grüntee in der SIGHI-Liste mit „1“ und „B“ für DAO-Blocker markiert wird. Dann ist der ja eigentlich doch nicht so toll, oder?

Grüntee kann jedoch noch mehr als wach machen und die DAO blockieren. Vor allem, wenn er nur kurz zieht (max. 2 Minuten). Grüntee enthält nämlich auch das Antioxidans Epigallocatechingallat, welches mastzellstabilisierend wirkt – also verhindert, dass der Körper selbst Histamin ausschüttet. Darüber hinaus ist die Aminosäure Theanin enthalten, die ebenso mastzellstabilisierend wirkt!

Aufgrund des Kaffeins sollte Grüntee niemals zu stark histaminhaltigen Speisen getrunken werden, kann aber ansonsten sehr wohltuend sein und getrost getrunken werden, vor allem wenn Ihr den Teebeutel bzw. das Teeei nach 2 Minuten aus der Tasse nehmt.

Und wie ist das nun mit Matcha?

Matcha ist gemahlener Grüntee. Was also für Grüntee gilt (von der Ziehzeit mal abgesehen), trifft also auch für Matcha zu. Ihr solltet es nicht übertreiben, aber hin und wieder dürft Ihr auch zu dieser Trendzutat greifen.

Ursprünglich wurde das heute zum Trend-Drink avancierte Grünteegetränk von buddhistischen Mönchen als Meditationsgetränk erfunden und getrunken. Heute gelten Drinks mit der schäumenden Matchazutat als Jungbrunnen und Superfood. „Matcha“ heißt tatsächlich nicht mehr als „gemahlener Tee“ wie wir im Buch „Gesund und schlank mit Matcha-Tee“ erfahren. Traditionell wird Grüntee übrigens nicht fermentiert. Die Blätter derPflanze Camellia sinensis werden gedämpft und getrocknet. Für Oolong werden sie halbfermentiert, für Schwarztee fermentiert.

Guter Matcha-Tee soll mild, süßlich und intensiv umami (jap. „herzhaft“) schmecken. Am Ende soll ein Hauch Nussaroma zurückbleiben. Verantwortlich für den süßlichen Geschmack ist übrigens das für uns interessante Theanin. Schlechter Matcha hingegen ist säuerlich, bitter und hat mehr von Brokkoli, Kohl und Algen als das vollmundig süße Aroma des japanischen Traditionsgetränks.

Neben den bereits genannten Inhaltsstoffen kann Matcha mit Ballaststoffen, Eisen, Folsäure und anderen B-Vitaminen sowie mit Vitamin C und anderen antioxidativ wirkenden Vitaminen punkten.

Theanin ist für das Gefühl von „ruhiger Wachsamkeit“ des Tees verantwortlich, das Matcha womöglich zum Meditationsgetränk hat werden lassen.

Vielleicht möchtet Ihr demnächst mal etwas mit Matcha ausprobieren. Passend zur Weihnachtszeit könnt Ihr mit diesem grünen Matcha-Joghurt-Smoothie und diesem Kuchen ein bisschen „grinchig“ werden. Manchmal hat man das Weihnachtsgetue schließlich auch mal über und möchte einfach nur den Grinch rauslassen. Und hier kommt er:

Matcha-Joghurt-Smoothie (ohne Kuhmilcheiweiß)

Zubereitungszeit:

ca. 5 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ein Glas:

  • 125 ml Schafmilchjoghurt
  • 1/2 Tasse Eiswürfel oder 1/2 Tasse kalte Pflanzendrink (z.B. Mandel-, Hanf- oder Kokosmilch)
  • 2 EL Honig
  • 1 TL Matcha

Zubereitung:

Alle Zutaten im Standmixer oder mit dem Pürierstab glatt verrühren. Fertig.

Matcha-Sandkuchen (laktosefrei, ohne Kuhmilcheiweiß, vegetarisch)

Zubereitungszeit:

ca. 15 Minuten + ca. 45 Minuten im Backofen

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für eine Mini-Kastenform:

  • 65 ml Kokosöl
  • 210 g Zucker
  • 2 Eier (wer empfindlich ist, nimmt nur das Eigelb)
  • 125 ml Pflanzendrink
  • 120 g Dinkelmehl
  • 1 EL Matcha
  • 1 TL Weinstein-Backpulver
  • Pr. Salz

Zubereitung:

Den Backofen auf 160° C vorheizen. Mini-Kastenform fetten.

Mit dem Handrührgerät Zucker und Öl verrühren. Eier und Pflanzendrink dazugeben und verrühren.

In einer separaten Schüssel alle trockenen Zutaten vermengen.

Den Feuchte-Zutaten-Mix hinzugeben und glatt rühren. In die Kastenform füllen und für ca. 45 Minuten bei Umluft/Heißluft backen.

Auskühlen lassen und aus der Form lösen.

Weitere Rezepte und Infos rund um Matcha gibt es in diesem Buch:

Zusammenfassung:

  • „Gesund und schlank mit Matcha-Tee“ von Petra Hirscher
  • 95 Seiten, Taschenbuch
  • Informationen rund um Matcha
  • mit zahlreichen Rezepten von herzhaft bis süß, zum Trinken, Essen und Naschen
  • 7,99 Euro, erschienen im Riva-Verlag

Ich bedanke mich beim Riva-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

Thymol und Luteolin in diesem leckerem Kraut gegen Histamin…

Ich bin immer auf der Suche nach schmackhaften Anti-Histamin-Waffen, die man essen kann. Ihr auch? Dann hab ich was für Euch:

Kleines Bilderrätsel: Worum handelt es sich bei diesem Kraut auf meiner Fensterbank?

Richtig, Oregano. Ich war ganz überglücklich, als ich diese Bio-Pflanze neulich im Supermarkt entdeckt habe. Denn während man Petersilie und Thymian, die im Übrigen ähnlich wirken, hier recht gut bekommt, ist Oregano doch meist nur getrocknet erhältlich. Damit wir aber die tollen Inhaltsstoffe Thymol (antimykotisch, antibakteriell) und Luteolin (mastzellenstabilisierend) in großen Mengen aufnehmen, sollten die Kräuter frisch sein.

Legt Euch also einen kleinen, feinen Fensterbankgarten als Anti-Histamin-Waffe an! Oregano ist richtig lecker in Saucen, Aufstrichen, Salat und kommt bei mir immer in die Pizza-Grundlage. In den Pizzateig könnt Ihr neben Schwarzkümmel- oder Olivenöl auch noch Schwarzkümmel selbst hineinwerfen, denn der wirkt antihistamin.

Tipp: Für alle, die Pizza lieben, aber sich mit Nachtschattengewächsen, inklusive Paprika, schwer tun, empfehle ich Butternusskürbis! Einfach etwa Kürbisfleisch mit einer Karotte weich kochen, pürieren, mit frischen Kräutern würzen und auf den Pizzaboden geben. Sehr lecker und ganz ohne Tomaten oder Paprika.

Nicht vergessen: Das Crowdfunding für mein Buch läuft noch. Ich danke allen, die bisher gespendet haben und hoffe, es finden sich noch mehr UnterstützerInnen, damit das Fundingziel erreicht wird.
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Zähneputzen nicht vergessen (Teil 2)…

Ich kann es eigentlich nicht oft genug sagen, aber bei histaminbedingten Störungen, wie Histaminintoleranz und vor allem Mastzellaktivierungsstörungen, muss nicht nur an die Ernährung gedacht werden. In erster Linie sind es zwar histaminreiche Lebensmittel und solche, die die sogenannten Histaminliberatoren enthalten, welche zu unangenehmen Reaktionen führen, aber eben nicht nur.

Nach einer Ernährungsumstellung kam es hiertrotzdem  immer wieder zu Reaktionen, die ich mir zunächst nicht erklären konnte. Man denke hierbei daran, auch niemals zu radikal zu eliminieren. Der Körper benötigt schließlich Nährstoffe! Nährstoffmängel können ähnliche Reaktionen wie ein Histaminüberschuss hervorrufen. Vor allem die Versorgung mit folgenden Nährstoffen, die indirekt am Histaminabbau beteiligt sind, sollte bei Betroffenen überprüft werden:

  • Zink
  • Magnesium
  • Kupfer
  • Vitamin D
  • Mangan
  • B-Vitamine (B12, B6)

Leider muss man die Tests in der Regel aus eigener Tasche bezahlen, da die Kasse hierfür nicht aufkommt.

Doch nach allem Prüfen, Testen, Substituieren (statt Eliminieren) blieb ich ratlos, bis mir der Gedanke an Umwelteinflüsse kam. Um es kurz zu machen: Durch einen Shampoo- und Zahnpasta-Wechsel konnten wir eine spürbare Verbesserung erzielen. Wir nutzen das Alverde Shampoo und selbstgemachte Zahnpasta. Doch nicht jeder hat die Zeit, selbst Zahnpasta anzurühren. Daher werde ich immer wieder gefragt, welche Zahnpasta ich empfehlen kann. Also hab ich mich auf die Suche gemacht. Folgendes sollte nicht enthalten sein:

  • Fluorid
  • Sobit(ol)
  • Carrageen

Und gleich vorweg: Esist gar nicht so einfach, Zahnpasta ohne diese drei Übeltäter zu finden. Warum sind nenne ich diese Zutaten eigentlich „Übeltäter“?

Carrageen wirkt entzündungsfördernd und kann daher zu den Histaminliberatoren gezählt werden.

Der Zuckeralkohol Sorbit(ol) wird von vielen HITlern schlecht vertragen und macht hundertprozentig bei einer Sorbitintoleranz Probleme.

Fluorid gilt als neurotoxisch, trägt dazu bei, dass der Körper Schwermetalle speichert und verschlechtert die Magnesiumaufnahme.

Die erste Zahnpasta, die ich gefunden habe, ist das Kinderzahngel von Weleda mit folgender Zusammenstellung:

Glyzerin, Wasser, Kieselsäure, Alginat, Auszug aus Ringelblumenblüten, Mandelöl, Aesculin, Mischung natürlicher ätherischer Öle.

Mein nächster Kandidat wird von der dänischen Firma Urtekram hergestellt. Die Mint & Green Tea Toothpaste enthält Folgendes:

Natürliche Kreide, Wasser, Glyzerin**, Aloe Vera*, Polysaccharid, Minzöl*, grüner Tee Extrakt*, Myrrhe, Magnolienrindenextrakt. *=Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau. **= Hergestellt mit Bio-Inhaltsstoffen

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Urtekram-Zahnpasta mit Minze und Grüntee (jetzt ohne Carrageen)

Wirklich überzeugt hat mich jedoch diese fluoridfreie Alternative auf Rohkostbasis:

Zahnöl von Ringana (Rohkost und vegan)

Ringana stellt hochwertige Kosmetikprodukte frei nach dem Motto „So fresh!“ in Rohkostqualität ohne Konservierungsstoffe her. Das Zahnöl ist in der Anwendung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, denn es schmeckt sehr intensiv. Wer also mit Ölziehen noch keine Erfahrungen gesammelt hat, sollte es mit dem Ringana Zahnöl langsam angehen lassen – 1 bis 2 Tropfen genügen am Anfang.

Die Putzleistung und der Frische-Effekt sind sehr gut. Folgendes steckt im Zahnöl:

Sesamöl, Kieselsäure, Xylitol, Minzöl,  Menthol, Kurkuma, Sternanisöl, Zitronenöl, Zimtöl, Eukalyptusöl, Nelkenblütenextrakt, Myrrhenöl, Salbeiöl, Süßholzwurzelextrakt, natürliche Tocopherole und Tocotrienole, Grünteeextrakt, Verbindung aus Vitamin C und Pflanzenfettsäure (Ascorbyl Palmitate), Vitamin E, Wasser, Limonene, Cinnamal, Eugenol, Linalool.

Vorab sei jedoch gesagt, wer allergisch auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe reagiert, sollte natürlich die Hände davon lassen. Typische Kandidaten wären hier: Zimt, Seam und Menthol.

Auffällig am Ringana-Zahnöl ist die Ähnlichkeit zu meiner Zahnpasta, die aus folgenden Zutaten besteht:

Heilerde, Kieselerde, Kokosöl, Süßholzwurzelpulver, Gewürznelkenpulver und Kurkuma besteht – wahlweise mit einem Spritzer Malven- oder Salbeitee dabei.

Wahrscheinlich finde ich das Zahnöl deswegen gut 🙂

Ich hoffe, Ihr habt nun praktische Alternativen zum Zähneputzen gefunden. Könnt Ihr noch weitere Produkte empfehlen?

PS: Das Crowdfunding für mein Ratgeberbuch läuft noch knapp 70 Tage. Etwa ein Drittel des Fundingziels ist schon erreicht. Es wäre super, wenn wir das bis Anfang Januar schaffen. Ich freue mich über jeden Unterstützer und jede Unterstützerin. Danke!

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