Es ist wieder Histamin-Frei-Day …

Wie bereits im letzten Monat, gibt es auch im Februar einen „Histamin-Frei-Day“, den Daniela’s Foodblog ins Leben gerufen hat.

Jeder ist auch diesen Monat herzlich eingeladen, die histaminarme Küche um etwas Leckeres zu erweitern.

Klassiker wiederentdecken

Während ich mich ansonsten viel damit beschäftige, dies durch das und jenes zu ersetzen oder danach strebe, etwas Altbekanntes völlig neu zu erfinden, sind es mitunter Klassiker, die wir dabei übersehen. Dabei sind es oft genau diese Speisen, die nicht nur die Körpermitte, sondern auch die Seele wärmen. Man denke nur an Kindergerichte wie Milchnudeln, Milchreis oder Gesprengtes Huhn – allesamt Leibgerichte von mir, die ich mit meinen Omas verbinde. Dazu sei erwähnt, dass ich so ein glückliches Wesen bin, dass gleich zwei Omas und eine Uroma hat(te). Glücklich deswegen, weil meine zwei Omas ziemliche Persönlichkeiten waren und eine es noch immer ist. Jede hatte so ihren Spleen und auch wenn womöglich jeder in meiner Familie etwas anderes mit jeder Oma verbindet, habe ich eben ganz spezielle Erinnerungen im Kopf. Bei der einen Oma war ich vorwiegend nur in den Ferien und hier wurde auf Seide gemalt. Zu Weihnachten beginnt genau die Oma bis heute schon mehrere Tage vor Weihnachten mit dem Kochen, damit an den Feiertagen jeder seine Leibspeise bekommt. Eins darf dabei nicht fehlen: Kartoffelklöße (oder Knödel, wie man hier sagt) – dazu gleich mehr.

Die andere Oma hatte einen großen Faible für Literatur und schickte mir selbst ins österreichische „Exil“ jahrelang regelmäßig Briefe. Natürlich immer mit ein paar literarisch wertvollen Zeilen. Außerdem liebte sie klassische Musik und – wie so viele Omas, mochte sie Andrè Rieu. Sie kannte jeden Baum beim Namen und hat mir gern die Haare gebürstet. Über sie hab‘ ich vor Jahren auch mal ein Gedicht geschrieben, ob das nun „literarisch wertvoll“ ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Über meine Uroma weiß ich – Asche auf mein Haupt – nicht so viel, wie ich gerne wollte. Als Kind fragt man einfach zu wenig von dem, was wirklich wichtig ist. In Retrospektive geht’s mir jedenfalls so. Meine Uroma hatte einen süßen Zahn und das änderte sich auch mit dem Diabetes nur kaum. Außerdem war sie ein großer Tierfreund und hatte überhaupt ein riesiges Herz. Als Teenager hat sie gezwungenermaßen den Gasthof ihrer Eltern übernommen und dort in riesigen Töpfen gekocht.

Wie komme ich jetzt auf die ganzen Omas und Essensklassiker? Den ersten Anstoß gab mir der Schmankerlblog mit diesem Beitrag. Und dann fiel mir noch dieses Buch in die Hände:

„Das vegane Kochbuch meiner Oma“: Vegan kochen ohne Superfoods

Die Autorin beschreibt in „Das vegane Kochbuch meiner Oma“ wie pflanzliche Kost, wohl oder übel, früher noch kein Trend, sondern ganz normal war. Fleisch war teuer und so gab es häufig ganz simple, aber nicht minder leckere Speisen. Back to the roots erlangt angesichts Karotten, Pastinaken & Co da eine interessante Doppelbedeutung.

Das Buch ist wunderbar liebevoll geschrieben und auch gemacht. Allein die Fotos sind ein Highlight. Mit Emaille-Topf und allem Oma-Drum-und-Dran. Histamintechnisch hab ich nicht sooo viel entdecken können, da häufig Tomaten und anderes dabei war. Aber zum Beispiel „Kürbismarmelade“ steht nun definitiv auf meiner To-Do-Liste. Für alle, die auch Lust auf eine kleine (vegane) Zeitreise haben, ist das Buch sicherlich genauso anregend wie für mich. Es kommt nämlich, ganz untypisch für die moderne, pflanzliche Küche ohne Superfoods und super exotische Zutaten aus, die meist einen langen Weg zurückgelegt haben. Ob dann die Bio-Kiwi angesichts des Kerosinverbrauchs eigentlich noch so heißen darf, wird da schon mal fraglich.

Zusammenfassung:

  •  „Das vegane Kochbuch meiner Oma“ von Kirsten M. Mulach
  • 112 Seiten, gebundene Ausgabe
  • veganes Kochbuch ohne Superfoods mit traditioneller Küche „wie bei Oma“
  • leider nur wenig histaminarme Gerichte
  • 16,99 Euro, erschienen im Bassermann-Verlag

Ich bedanke mich beim Bassermann-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Nicht ganz vegan, aber doch zumindest vegetarisch geht es jetzt endlich an den Histamin-Frei-Day! Wir machen

Kartoffelklöße/-knödel mit Pastinakensauce

Zubereitungszeit:

ca. 1 h

Schwierigkeit:

normal

Zutaten:

  • ca. 500 g Kartoffeln (mehlig)
  • ca. 80-100 g Kartoffelstärke
  • 1 Ei oder 2 Eigelb (wer empfindlich reagiert)
  • 1 EL Olivenöl, 1 EL Leinöl, 1 EL Hanfsamenöl oder 3 EL Butter
  • Pr. Salz und ein paar Kräuter nach Wunsch (Petersilie, Oregano, Majoran …)
  • 1 Dinkelbrötchen (vom Vortag)

 

  • 2 Pastinaken
  • 2 Kartoffeln
  • 1/2 TL Pulver Gemüsebrühe (hefefrei)
  • ca. 2 Tassen Wasser
  • 1 Knoblauchzehe
  • (Spritzer Zitrone) – weglassen, wer sehr empfindlich reagiert

 

Zubereitung:

Knoblauch, Pastinaken und Kartoffeln schälen. Die Kartoffeln für die Klöße etwa 20 bis 25 Minuten kochen. Anschließend abseihen und mit kaltem Wasser abspülen.

Währenddessen das Brötchen halbieren und die Hälften in Streifen und schließlich in Würfeln schneiden. In etwas Öl oder Butter knusprig zu Croutons rösten.

Mit nur wenig Wasser die restlichen Kartoffeln und Pastinaken zusammen mit dem Knoblauch aufkochen. Brühwürfel oder selbst gemachte Brühlösung hinzugeben und dann ca. 15 bis 20 Minuten weiterköcheln lassen.

Währenddessen die Kartoffeln stampfen. Mit verschiedenen Ölsorten mischen (ich nehme eine Mischung von dem, was gerade da ist. Manchmal kommt auch antihistamines Schwarzkümmelöl zum Einsatz). Das Ei zerschlagen und hinzugeben. Mit Kräutern und etwas Salz würzen. Kartoffelstärke hinzugeben. Alles gut durchkneten. Der Teig ist perfekt, wenn er nicht mehr an den Händen klebt. Wenn er noch klebt, etwas mehr Kartoffelstärke nehmen. Dann etwas Teig abnehmen und handtellergroße Buletten formen und in die Mitte stets ein paar Croutons setzen und dann sorgsam den Teig drum herum legen, bis man eine Kugel hat.

Die fertig geformten Klöße in kochendes Salzwasser geben und bei mittlerer Hitze etwa 25 Minuten köcheln lassen. Achtung: nicht zu viel Hitze, sonst zerfallen die Klöße.

Wenn das Gemüse im Topf weich gekocht ist, mit einem Pürierstab pürieren und eventuell noch mit Salz und einem Spritzer Zitrone abschmecken.

Klöße abschöpfen und zusammen mit der Sauce servieren.

 

(c) Histamin-Pirat

Ein bisschen (mehr) über mich und ein Blog Award

Blog Awards haben ein bisschen was von Kettenbriefen, die man früher per E-Mail weitergeleitet hat (oder nicht). Daher gibt es einige Blogger, die solche von Blogger an Blogger vergebenen Awards partout verweigern und da nicht mitmachen. Kinderkram. Schließlich kommt so ein Blog Award nicht nur mit der Ehre, das jemand einen nominiert hat, sondern man ist nun auch in der Pflicht, selbst jemanden zu nominieren.
Ich habe irgendwie auch ein zwiespältiges Verhältnis zu diesen Preisen. Sie sind nett, aber ganz ehrlich, meist fallen mir gar nicht genügend Blogs zum Nominieren ein, die bei sowas auch mitmachen würden.
Doch schon allein, weil jeder Award meist mit einer kleinen Geschichte oder Aufgabe verbunden ist, macht das Ganze am Ende doch recht viel Spaß. So habe ich mich sehr gefreut, als Andrea von Seelenfunkeln mich für den Versatile Blog Award nominiert hat. Allein die Wortwahl ließ mein kleines Histamin-Piraten-Herz höher schlagen: „Eva, meine Piratenkapitänin“, haha. Ay, da muss ich doch mitmachen!

Und worum geht es nun beim VBA?

Das sind die Regeln:

  • Danke der Person, die dich nominiert hat. Danke, Andrea 🙂
    Verrate uns 7 noch unbekannte Dinge über Dich.
  • Wähle 15 Blogger aus, um sie Deinerseits für den VBA zu nominieren. (Bei mir werden’s drei. Aller guten Dinge sind drei.)

Also los geht’s:
(1) Wie viele wissen, bin ich weder Ernährungsberaterin, noch Ärztin, sondern habe am Ende etwas ganz anderes als Ökotrophologie oder Medizin studiert. Trotzdem haben mich beide Gebiete schon immer fasziniert. Vielleicht nicht zuletzt, weil ich als Kind ziemlich oft im Krankenhaus war. Was viele nicht wissen: Wenn ich nicht so panische Angst vor Spritzen, Nadeln, usw. hätte, wäre ich wahrscheinlich sogar Ärztin geworden. Mit fast 30 Jahren ist es mir mittlerweile etwas peinlich, vor dem Blutabnehmen oder sonstigen Einsätzen meine einstudierte Rede an das Assistenzpersonal abzugeben: „Ich bin Angstpatient. Ja, tut mir leid, ist aber so. Um Ihnen und mir das Leben ein bisschen leichter zu machen, möchte ich Sie bitten, mich dabei jetzt kurz abzulenken, erzählen Sie mir was, von mir aus auch übers Wetter und ich komme schon klar. Damit ich danach nicht kreideweiß aufstehe, torkele und schließlich umkippe, lassen Sie mich bitte noch etwas hier liegen.“ Diese paar Sätze basieren auf Erfahrungswerten. Ich hab einfach festgestellt, Ablenkung hilft mir. Und eigentlich sollte ja niemandem ein Zacken aus der Krone fallen, wenn er oder sie mit dem Patienten ein bisschen plaudert. Vor allem weil das viel Theater und einen eventuellen Ohnmachtsanfall verhindert.
In Reaktion auf diese Ansprache habe ich schon die drolligsten und auch nicht so drollige Dinge erlebt. Es gibt Krankenschwestern und Ärzte, die ganz hervorragend damit umgehen können. Mich dann ausfragen, was ich so mache, ob ich Haustiere habe oder über Ihren letzten Urlaub plaudern. Es gibt aber auch Menschen im medizinischen Sektor, die mich entgeistert angucken und dann sagen: „Was?! Was soll ich Ihnen denn da erzählen?“ oder noch schöner: „Sind Sie nicht ein bisschen zu alt dafür?“ oder ganz toll: „Jetzt haben Sie sich mal nicht so.“ Eine Schwester war mal derart unterhalten von mir, weil ihr auffiel, dass ich in einem Labor „wie ein Regenbogen“ alle Farben durchging (ihre Worte, nicht meine). Der Grund: Mir gegenüber wurde im Akkord, während ich auf der Angstpatientenliegebank darauf wartete, wieder gehen zu können, anderen Leuten Blut abgenommen. Und mit jedem, der da kam, wurde ich weiß und gewann dann erst langsam wieder an Farbe, als es vorbei war. Dann hat sie den Vorhang zugezogen …
Was mache ich also stattdessen? (2) Ich schreibe. Mittlerweile hauptberuflich, hobbymäßig schon viel länger. (3) Am liebsten würde ich Kinderbücher veröffentlichen (ein paar geschriebene liegen in der Schublade). Jetzt muss aber erstmal der Histaminratgeber fertig werden. (4) Ich hab in der Schule noch Russisch gelernt und (5) Altgriechisch, nenne aber auch (6) ein kleines Latinum mein Eigen. Vor allem Altgriechisch und Latein machen sich gerade positiv bemerkbar, während ich für das „Histamin-Buch“ diverse medizinische Fachartikel durchackere. Und (7) das erste Kinderbuch könnte doch vom kleinen Histamin-Piraten handeln, der nichts mehr hasst als Tomaten und nichts mehr liebt als Pizza. Ein Pizza-Pirat sozusagen. Ob er am Ende seine Pizza kapern kann?

So, nun bin ich an der Reihe ein paar Blogger zu Wort zu bitten, indem ich Ihnen den Versatile Blog Award für wunderbares Lesevergnügen verleihe:

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mitmacht.

Von anderen Betroffenen lernen (Teil 2 – Rezension)

Klar, wir können Symptome, Hausmittelchen und was sonst noch relevant bei Histaminintoleranz ist, googeln. Durch die zahlreichen E-Mail-Zuschriften, die ich regelmäßig erhalte und über die ich mich stets freue, weiß ich aber, dass es vielen leichter fällt, direkt von anderen Betroffenen (oder in meinem Fall: deren Nahestehenden) zu lernen. Manchmal möchte man auch einfach nur jemanden haben, der einen nach langer Ärzte-Odyssee ernst nimmt, der sein offenes Ohr leiht, bei dem man sich mal ausweinen kann.

Denn nicht alle Nachrichten, die in mein Postfach wandern, enthalten konkrete Fragen. Manchmal steht nur „Danke“ drin, manchmal geht es schlicht um Erfahrungsaustausch:

Wie war das bei Euch so? Habt Ihr das auch schon erlebt? Wie geht Ihr damit um?

Ich versuche auf alle Anliegen einzugehen. Manchmal kann das jedoch ein paar Tage dauern. Wer schnelle Hilfe sucht, klickt sich daher am besten zu einer der vielen Selbsthilfegruppen im Netz. Hier gibt es viele Leidensgenossen, die gerne mit Rat zur Seite stehen oder ein offenes Ohr haben, wenn man sich mal „ausquatschen“ will.

Wer lieber für sich im Stillen nach einer Lösung sucht, aber getrost auf den Flimmerkasten, der auch gerade auf meinem Schoß sitzt, verzichten kann, fragt nicht Tante Google, sondern greift zum Buch. Aber zu welchem?

Der Buchmarkt bietet zahlreiche Ratgeberbücher mittlerweile auch zu Histaminintoleranz an. Nicht alle davon finde ich empfehlenswert. Vielleicht wäre das mal ein Thema für einen separaten Beitrag? Ratgeber über HIT, die ich empfehlen würde? Im Kommentarfeld ist Raum für Deine Meinung.

Demnächst wird es hoffentlich auch ein Büchlein von mir über HIT und Mastzellaktivierungserkrankungen wie Mastozytose geben. Bis dahin kann ich Euch das Buch von Inge Lutz empfehlen, über das ich mehr durch Zufall gestolpert bin.

 

Histamin-Intoleranz –Ein Leben ohne Netz und doppelten Boden

Inge Lutz hat ein ganz anderes Buch geschrieben, als ich es vorhabe zu veröffentlichen. Sie verzichtet bewusst auf wissenschaftliches „Blabla“ und konzentriert sich stattdessen auf das Wesentliche. Vor allem für HIT-Neulinge bietet sich dieses Buch daher an. Sie erhalten ein Gefühl dafür, was nach der Diagnose auf sie zukommt, ohne gleichzeitig mit Informationen geflutet zu werden. Den einen oder anderen mag die Komplexität von HIT zunächst etwas erschlagen. Da ist es wichtig einen einfühlsamen Zugang zu wählen.

Inge Lutz beschreibt daher im ersten Teil des Buchs wie sie zur Hit „gekommen ist“ und was ihr hilft. Die quasi obligatorische Ärzte-Odyssee von HIT-Betroffenen hat auch sie durchmachen müssen. Sie ist ebenso auf Ärzte mit Unverständnis getroffen wie wir. Und hat solche Mediziner kennen lernen müssen, die sie nicht ernst genommen haben oder als Hypochonder abgetan haben. Daneben hat sie aber auch solche Heilpraktiker und Ärzte kennen gelernt, die bereit waren, sich mit ihren Problemen auseinanderzusetzen – engagierte Ärzte, die es sich zu ihrer Aufgabe gemacht haben, Inge Lutz zu helfen! Am Ende stellt sich heraus, dass sie keine HIT, sondern Mastozytose hat.

Es liegt also kein Mangel der histaminabbauenden Enzyme DAO oder HNMT als Ursache vor, sondern die histaminspeichernden Mastzellen vermehren sich zu stark. Ihre Zahl ist zu groß und so kommt es nicht nur im Magen-Darm-Trakt, sondern sogar eher vorwiegend an anderer Stelle zu Symptomen, die durch zu viel Histamin ausgelöst werden (Herzrasen, Schüttelfrost, etc.), welches die Mastzellen ausschütten. Mastzellstabilisierende Maßnahmen sowie entzündungshemmende Hausmittel und Medikamente helfen neben einer auf histaminarme Kost (möglichst ohne Liberatoren) ausgerichtete Ernährung. Mastozytose-Betroffenen reagieren mehr noch als HIT-Betroffene auf Umwelteinflüsse wie Wiederumschwünge, Duftstoffe und Stress.

Wie auch ich festgestellt habe, kommt auch bei Inge Lutz die Histaminproblematik selten allein.

Ich habe beispielsweise noch ein Abbauproblem von stärkehaltigen Nahrungsmitteln, eine Sorbit-Unverträglichkeit und eben die außergewöhnlich extreme Medikamentenunverträglichkeit. Dazu kommen diverse Allergien und ein Kälteasthma […].

Generell gibt es Bezüge zu weiteren entzündlichen Krankheiten. Dazu zählen beispielsweise auch entzündliche, aber nicht ansteckende Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis/Schuppenflechte und – Rosacea, was als „Flush“ auch zu den Symptomen der HIT gerechnet wird. Während Rosacea im Buch vorkommt, werden atopische Dermatitis bzw. Neurodermitis und Psoriasis bzw. Schuppenflechte nicht erwähnt. Das macht ja auch nichts. Bei letzteren beiden gehen Forscher von einer genetischen Prädisposition aus. Die Krankheiten werden also häufig vererbt, was ja bei HIT nicht immer der Fall sein muss. Trotzdem klagen viele HIT-Betroffene über sehr trockene Haut, die zuweilen juckt oder sich manchmal wie bei der Schuppenflechte in leicht zu lösende, verdickte Schuppen legt. Wo liegt der mögliche Zusammenhang? Vitamin D. Das immunmodulierende, fettlösliche Vitamin, welches aufgrund seiner Funktionen im Körper als Hormon gehandelt wird, kommt sowohl bei Psoriasis-, als auch bei Neurodermitis-Betroffenen meist in zu geringen Mengen vor. Ein Vitamin-D-Mangel kann häufig auch bei HIT-Betroffenen festgestellt werden. Daher gibt es einen eigenen Beitrag zum Thema hier.

Im Verlauf des Buchs wird bei Inge Lutz, bei der die HIT erst mit den Wechseljahren richtig schlimm wurde, noch Osteoporose festgestellt. Auch hier spielt Vitamin D neben Calcium und Phosphor eine wichtige Rolle.

Im zweiten Teil geht es um Definitionsfragen der Krankheit. Wir lesen, ähnlich wie auf meiner Überblicksseite, dass HIT eine Pseudoallergie ist, weil die Symptome denen einer allergischen Reaktion ähneln. „Pseudo“ leitet sich aus dem Griechischem ab und bedeutet so viel wie „lügen“, „täuschen“. Histamin erhöht die Gefäßdurchlässigkeit und beeinflusst die Muskelanspannung. In den Bronchien kann das zu den typischen Symptomen einer allergischen Reaktion Niesen, Husten und Atemnot beitragen. In der Haut werden Quaddeln sichtbar, usw. Die Symptome reichen schlimmstenfalls bis hin zum anaphylaktischen Schock mit Kreislaufkollaps. Die HIT gibt also vor, eine Allergie zu sein, ist aber keine. Ganz schön fies.

Im dritten und vierten Teil bekommen Betroffene praktische Tipps an die Hand. Einzelne Lebensmittel werden genauer unter die Lupe genommen und es werden Hinweise gegeben, was gegen zu viel Histamin helfen kann. Zum Beispiel:

  • Vitamin C ( etwa in Form von Acerola-Pulver)
  • Vitamin D

Besonders gelungen finde ich den vierten und letzten Teil, eine Art Glossar mit dem Titel „Kleines ABC zur Orientierung“.

Fazit

Alles in allem finde ich das Buch als Einstieg in die Krankheit sehr gelungen. Klar, man könnte noch so viel mehr über diese komplexe Krankheit schreiben und noch mehr Bezüge zu anderen Krankheiten schlagen. Ziel des Buchs ist es aber vor allem, Betroffenen einen informativen Seelenschmeichler an die Hand zu geben, der sagen will: Durchhalten! Du schaffst das! Am Ende muss sowieso jeder seinen eigenen Weg mit HIT finden. Betroffene reagieren ja auch auf viele Stoffe sehr individuell. Ein Ausrutscher beim Essen (oder mit Kosmetika oder Medikamenten) kann schnell böse Konsequenzen haben. So kam es übrigens zum Untertitel „Ein Leben ohne Netz und doppelten Boden“. Auf dem ungesicherten Hochseil lebt man ähnlich gefährlich wie mit HIT/Mastozytose, so fühlte sich Inge Lutz zumindest oft.

Ein zweites Anliegen der Autorin, das auch mir am Herzen liegt, ist, dass die Krankheit/en in Zukunft noch besser erforscht wird/werden, so dass Betroffene leichter Hilfe finden und von Ärzten besser verstanden und ernst genommen werden.

Wer jedoch tiefergehende Informationen und viele neue Rezepte sucht (nur eine kleine Auswahl von sieben Rezepten ist im Buch vorhanden), wird mit dem Buch kaum Freude haben.

Zusammenfassung:

Ich bedanke mich beim Neufeld-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

(c) Histamin-Pirat

 

Ganz entspannt ins neue Jahr …

Neben histaminreichen Nahrungsmitteln und solchen, die als Liberatoren wirken und dafür sorgen, dass der Körper eigenes Histamin ausschüttet, gibt es noch andere Faktoren, die sich bei Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungsstörungen negativ auf den Histaminhaushalt auswirken können. Schlimmstenfalls kommt es zum Überschuss und somit zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, usw.

Einer dieser Auslöser, das liest man immer wieder, ist Sport. Jeder, der nach dem Motto „Sport ist Mord“ lebt, schlägt da vielleicht freudig in die Hände und denkt sich: „Ha, endlich eine gute Ausrede, nicht wie ein Hamster im Laufrad vor mich hin zu sporteln!“ Andere fragen sich vielleicht: „Aber Sport ist doch gesund?!“

Ist Sport für Betroffene von Histaminintoleranz dann also wirklich schädlich?

Dazu sollte man sich zunächst fragen: Was ist Sport eigentlich? Beim Sport denken wir vor allem in dieser Jahreszeit an Ski-Langlauf, Snowboarden und im Rest des Jahres an Badminton, Schwimmen, Sprinten, Stabhochsprung, Klettern, Joggen und auch Yoga. Daneben gibt es Cross-Fit, Hanteltraining und andere Kraftsportarten. Welche Sportarten gemocht werden, ist meist eine ziemliche Geschmacksfrage. Ich mag Badminton, Schwimmen und Yoga. Der Histaminer skatet gerne und spielt auch mal Badminton und mag ansonsten Kampfsport, allerdings alles in Maßen – nicht in Massen.

Viele Betroffene von histaminbezogenen Erkrankungen ertragen aber nicht einmal fünf bis zehn Minuten Training und lassen es stattdessen lieber ganz sein, wodurch nicht selten ein Mini-Teufelskreislauf in Gang gesetzt wird. Schließlich hat Sport viele Vorteile für unser Herz-Kreislauf-System. Sport hält „fit“ und verhindert, dass wir dick werden. Übergewicht ist schließlich ein Risikofaktor für verschiedene Krankheiten wie Diabetes.

Wer Probleme mit Histamin hat, muss nicht (und sollte auch nicht) ganz auf Sport verzichten. Wer sich körperlich betätigen will, muss nur wissen, wie.

Cardio-Training und Histamin

Alles, was in kürzester Zeit unseren Kreislauf auf Hochtouren bringen soll, ist nicht unbedingt zu empfehlen. Dazu zählen:

  • alle Arten von Cardio-Training
  • hochintensives Intervall-Training (HIIT) – HIIT ist nicht gut bei HIT (kann man sich gut merken)
  • Leistungssport: Sprinten, Marathon und alles andere, was wirklich sehr zehrt, schlaucht und dem Körper enorm viel Wasser entzieht
  • Bikra-Yoga (viel Schwitzen und damit Flüssigkeitsverlust)

Anders sieht das jedoch mit traditionellem Krafttraining aus. Für alle angehenden Bodybuilder unter Euch, aber auch für Yogis und Yoginis lautet die gute Nachricht: Ihr dürft!

Hanteln und Körpergewicht als Widerstand beim Krafttraining

Beim Krafttraining – ob nun mit Hanteln (Bodybuilding) oder mit dem eigenen Körpergewicht (Yoga, Pilates, etc.) – wird der Kreislauf geschont, wodurch der Körper weniger Histamin ausschüttet. Speziell für Yoga und verwandte Sportarten (Tai Chi, Meditation, Progressive Muskelentspannung, etc.) gilt, dass die dazu gehörenden Übungen sogar den Histaminspiegel senken können!

Aber Achtung: Wer aus Angst vor Sport (und den damit einhergehenden Histaminreaktionen) oder aus Faulheit oder Zeitmangel bisher ein Leben als Couch-Potato gefristet hat, sollte es langsam angehen lassen.

Wird das Training zum Stress, steigt auch wieder der Histaminspiegel. Das wissen wir ja bereits: Stress sorgt dafür, dass wir Histamin ausschütten! Gute Vorsätze hin oder her, übertreibt es also nicht!

Außerdem sollte der gewünschte Traumkörper nicht auf Kosten des vorhandenen Körpers entstehen müssen. Was ich meine? Wer nur eine Ein-Kilo-Hantel bequem bewegen kann, sollte vorerst dabei bleiben und nicht größenwahnsinnig zur Fünf-Kilo-Hantel greifen. Dadurch wird nicht nur riskiert, dass die Bewegungen falsch durchgeführt werden, wodurch Fehlhaltungen entstehen und Verletzungen auftreten können, sondern auch, dass wiederum mehr Histamin ausgeschüttet wird. Der Grund? Beim Muskelaufbautraining sind minimale Muskelfaserrisse normal. Wenn der Körper diese repariert, wächst der Muskel; er wird stärker, aber im Körper entstehen währenddessen auch klitzekleine Entzündungsherde. Und Histamin als Entzündungsmediator ist auch hier wieder präsent. Muskelaufbau ja, aber langsam und maßvoll, lautet die Devise.

In der Vergangenheit habe ich bereits meine Trias der, meiner Meinung nach, besten Trainingsoptionen für Histamingeplagte auf dem Blog vorgestellt:

  1. Yoga
  2. Kampfsport
  3. Meditation

„Der Körper ist der Bogen, die Asanas im Yoga sind die Pfeile und die Seele ist das Ziel.“

Damit hat Yoga-Guru B.K.S. Iyengar eigentlich bereits auf den Punkt gebracht, worum es beim Yoga geht, nämlich darum, ganzheitliche Gesundheit zu erlangen.

Heute möchte ich noch einmal ein bisschen auf die Drei eingehen, um Euch einen guten und entspannten Start ins neue Jahr zu liefern. Von Bikram-Yoga einmal abgesehen, bietet Yoga eine Vielfalt an modernen Yoga-Stilen, die im Prinzip trotzdem alle auf das traditionelle Hatha-Yoga zurückgehen, aber verschiedene Schwerpunkte setzen:

  • Vinyasa-Yoga: sehr dynamisch und tänzerisch (Freude am Bewegen)
  • Iyengar-Yoga: anspruchsvoll, aber auf individuelle Bedürfnisse (z.B. Vorverletzungen) ausgelegt
  • Anusara-Yoga: in Anlehnung an Iyengar-Yoga sehr medizinisch auf individuelle Bedürfnisse ausgelegt
  • Restorative Yoga: sehr entspannt, mit viel Zubehör (Props), um angenehme Posen zur Meditation unter Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse einzunehmen
  • Yin-Yoga: ähnlich wie Restorative Yoga sehr ruhig, die Posen werden lange gehalten, zur Meditation und zum Faszientraining
  • Pilates: eigentlich kein Yoga-Stil, aber doch verwandt damit, Schwerpunkt: Bauchmuskel- und Beckenbodentraining

Weitere Yoga-Stile sind z.B.:

  • Forest-Yoga
  • Kundalini-Yoga
  • Jivamukti-Yoga
  • Sivananda-Yoga

Kurz vor dem Jahresende habe ich mich besonders auf das Buch „Gesund durch Yin Yoga“ von Stefanie Arend gefreut, schließlich ist Yin Yoga mit Sicherheit mein Lieblingsyogastil neben Vinyasa-Yoga. Ich wurde aber ein bisschen enttäuscht.

Was wir heute als Yin Yoga bezeichnen, war stets Teil des Hatha-Yogas. Das körperbetonte Training hat jedoch in der Moderne dazu geführt, dass die traditionellen Yin-Posen, die für das Ruhige, Kühle und Meditative stehen, nach und nach von Yang-Posen, die energetisch, warm und dynamisch sind, verdrängt worden sind. Allerdings finden wir davon in Stefanie Arends Buch kein Wort.

Sie schreibt lediglich auf S. 12

Mein erster Yin-Yoga-Lehrer war Paul Grilley, ein Mentor, der mich in meiner persönlichen Yogapraxis stark inspiriert und sehr beeinflusst hat. Er hat Yin-Yoga zu dem gemacht, was wir heute darunter verstehen.

Dass Yin Yoga heute die Rolle in der Yoga-Praxis einnimmt, die ihm eigentlich immer zugestanden ist, verdanken wir allerdings ursprünglich einem anderen Mann als Paul Grilley, nämlich Paulie Zink. Der Kungu-Fu-Meister hat nur wenige Schüler in der Kunst des Yin-Yogas unterrichtet, dessen Posen ursprünglich dazu gedacht waren, buddhistischen Mönchen die langen Meditationsposen zu erleichtern. Dadurch besteht auch ein enger Bezug zwischen Yin-Yoga und Kampfsport wie Kung Fu.

Paul Grilley hat zwar in der Vergangenheit für etwa ein Jahr Unterricht bei Paulie Zink genommen, ist aber per se kein zertifizierter Yin-Yoga-Lehrer. Yin Yoga, das ursprünglich Taoist oder TaoYin oder Yin und Yang Yoga von Paulie Zink genannt wurde, ist mittlerweile zu einem enormen Geschäft geworden, wodurch sich vor allem Paul Grilley, der die Lehren, die ihm vermittelt worden sind, um seine eigene Philosophie ergänzt hat, ein goldenes Näschen verdient hat und nach wie vor in der ganzen Welt Kurse gibt.

Dabei sind vor allem die Kampfsportbezüge sowie die wichtigen Informationen aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verloren gegangen. Yin Yoga nach Paul Grilley ist zur puren Form verblasst und das merkt man auch dem Buch von Stefanie Arend an.

Das halbesoterische Gefasel, das fälschlicherweise gerne mit TCM in Verbindung gebracht wird, weil wir in den traditionellen Büchern eine sehr metaphorische Sprache vorfinden, hat wenig mit medizinischer Kenntnis zu tun. Wenn in Büchern wie „Complete Book of Chinese Medicine“ von Wong Kiew Kit Sachen stehen wie:

„He is sick because he has no fire in his stomach“ and „The Physician cures the patient by using earth to give birth to metal“ […]

Dann sind ganz konkrete Dinge und genaue Prinzipien gemeint. Wenn ich aber Yoga-Lehrer höre, die davon reden, dass wir unser Herz „schmelzen“ sollen oder „durch die Füße atmen“ sollen, dann ist das einfach nur Unfug.

Entsprechend mit Vorsicht zu genießen sind medizinische Hinweise solcher Yoga-Lehrer. Stefanie Arend, die im Übrigen auch Ernährungsberaterin ist, schreibt beispielsweise zum Thema Allergien:

Bei Allergien ist es ratsam, auch eine Behandlung des Darms in Betracht zu ziehen, da er im Wesentlichen für unsere Immunabwehr verantwortlich ist. Betroffene sollten regelmäßig Darmreinigungskuren durchführen, zum Beispiel durch die Einnahme von Flohsamenschalen und Bentonit, aber auch durch Einläufe oder Colon-Hydro-Therapien, bei denen der Darm gespült wird.

Uff, also da ist nun viel durcheinander geraten. Gerade mich regen solche Aussagen besonders auf, da sie es Betroffenen von Mastzellaktivierungserkrankungen und von Histaminintoleranz noch schwerer als ohnehin schon machen, ihre Krankheit zu erklären. Sie bekommen dann nämlich rasch die Antwort von ihrem Gegenüber: Ah, du hast eine Allergie!

Nein, nicht alles, was mit Histamin zu tun hat, ist eine Allergie und nein, nicht bei jeder Allergie hilft eine Darmreinigung. Insbesondere von einer Ernährungsberaterin hätte ich doch eine differenziertere Aussage zu Darmfehlbesiedlung, Allergien (Medikamentenallergie, Heuschnupfen, etc.) und Intoleranzen erwartet.

Wer trotzdem den empfohlenen Yin-Yoga-Flow gegen Allergie durchführen möchte:

Interessant wird es, wenn wir zu Verdauungsbeschwerden kommen, denn dazu gibt es noch mal ein Extra-Kapitel:

Generelle Tipps wie „weniger Bläh- und mehr Ballaststoffe“ greifen doch ein bisschen kurz, können aber grundsätzlich mal bei Verdauungsbeschwerden nicht schaden. Doch das sind irgendwie auch nur Binsenweisheiten. Aber das Ganze auch noch so unglücklich und widersprüchlich zu formulieren, ist für den Leser und die Leserin nur noch verwirrend:

Ballaststoffe unterstützen die Darmfunktion und stecken vor allem in Obst, Salat, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Wichtig dabei: reichlich trinken! Blähungen werden oft durch Kohlgemüse und Hülsenfrüchte ausgelöst, einige Menschen reagieren aber auch auf ein Plus an Ballaststoffen. Hier gilt, auf den eigenen Körper zu achten. […] Ein wahrer Alleskönner sind Flohsamenschalen […]

Jemand, der beispielsweise Verdauungsbeschwerden aufgrund von Histaminintoleranz oder wegen einer Fructose-Malabsorption oder einer Laktoseintoleranz hat, kann mit diesem Allgemeinplätzchen wirklich nicht viel anfangen. Ganz davon abgesehen, dass Obst nur recht wenig Ballaststoffe liefert. Punkt ist, Verdauungsbeschwerden können diverse Ursachen haben. Verschiedene Krankheiten von Intoleranzen bis hin zu chronisch-entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen müssen unter Umständen in Betracht gezogen und vor allem ganz individuell abgewogen und schließlich ebenso individuell behandelt werden.

Im Klappentext steht das ja auch:

Als Ernährungsberaterin arbeitet sie ganzheitlich und integriert dabei verschiedene Ansätze in ihre Beratungen, abhängig davon, was der Einzelne gerade braucht.

Stefanie Arend, die im Buch fleißig Bezug zur TCM schlägt, wirft überraschend oft mit generellen Floskeln um sich. Dabei steht doch gerade in der traditionellen chinesischen (und auch in der traditionellen europäischen) Medizin der Patient im Ganzen (holistisch) im Fokus. Es werden nicht nur seine Beschwerden einzeln betrachtet und mit speziellen Pillen unterdrückt, sondern die Ursache soll gefunden werden.

Folgende Bewegungen emfiehlt Stefanie Arend bei Verdauungsbeschwerden:

Vor allem die „gestreckten Beine“ und das „Kamel“ wird jedoch nicht jeder mit Verdauungsbeschwerden bewältigen können.

Zusammenfassung:

  • „Gesund durch Yin Yoga“ von Stefanie Arend
  • 192 Seiten, Taschenbuch
  • Informationen über Yin Yoga
  • zahlreiche Posen und problemorientierte Trainingspläne
  • 19,99 Euro, erschienen im Südwest-Verlag

Ich bedanke mich beim Südwest-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch von der Autorin oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Passender wäre eine Übung wie Beine gegen die Wand:

Darüber hinaus sind sanftere Flows wie diese zwei sehr sinnvoll (auch bei Histaminproblemen):

Wer etwas mehr Zeit zwischen den Jahren hat, um sich zu entspannen, dem empfehle ich eine meiner Lieblingsroutinen:

Wie immer gilt für Yin-Yoga-Flows: Decke nicht vergessen. Wer so viel liegt und Faszien stretcht, dem wird manchmal kalt. Noch mehr gute Yoga-Videos gibt es hier und hier.

Was (gerne auch abseits von Yoga, Meditation und Kampfsport) entspannt Euch am meisten? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Guten Rutsch und kommt entspannt ins neue Jahr!

(c) Histamin-Pirat

Buchprojekt – offizieller Startschuss!

Ich habe bereits angekündigt, dass ich an einem Ratgeberbuch über Histaminintoleranz und Mastzellaktivierungskrankheiten sitze.

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Dafür sammle ich nicht nur Eure Patientengeschichten, sondern auf Startnext auch die finanziellen Mittel, um das Projekt umsetzen zu können. Leider sind nicht alle wissenschaftlichen Artikel frei zugänglich, außerdem verlangt so ein Projekt Werbemittel und einiges mehr.
Projekt unterstützen

Mit Eurer Unterstützung helft Ihr nicht nur, das Projekt möglich zu machen, sondern erhaltet natürlich auch ein kleines Dankeschön.

Derzeit stehen zur Auswahl:

  • handsigniertes Exemplar des fertigen Buchs
  • Danksagung im Buch (limitiert)
  • selbst gemachtes Histamin-Piraten-Shirt (limitiert)
  • Buttons-/Anstecker-Set vom Histamin-Piraten (limitiert)

Geplant ist außerdem ein Meet-and-Greet, wie es so schön auf Englisch heißt. Sprich, zur Buchpräsentation (voraussichtlich in Wien) könnt Ihr vorab ein Tässchen Kaffee, Tee oder Kakao, je nach dem, was Euch schmeckt und was Ihr vertragt, mit mir trinken und mir Löcher in den Bauch fragen, sowie Euer persönliches Exemplar vor Ort abstauben.

Sollte das Finanzierungsziel nicht erreicht werden, gehen die Gelder zurück an die UnterstützerInnen und ich muss mir überlegen, wie ich das Buch trotzdem irgendwie hinkriege. Aber vielleicht schaffen wir es ja!

Daher lautet meine Aufforderung: Teilen, unterstützen & weitersagen!

Herzlichen Dank!

Viele Grüße,

der Histamin-Pirat

Projekt unterstützen

Was ist eigentlich mit Käse?

Was ist eigentlich mit Käse?

Wer an Histaminintoleranz leidet, verliert zuweilen schon einmal den Appetit. Es gibt Phasen, vor allem direkt nach der Diagnose, in denen man auf jedes Lebensmittel zu reagieren scheint. Tatsächlich betreiben Betroffene in der Eliminations- und Wiedereinführungsphase von Lebensmitteln wahre Detektivarbeit. Hinter der Unverträglichkeit muss doch ein System stecken! Doch wie findet man es?

Lebensmittellisten wie die SIGHI-Liste geben Auskunft über mögliche „Übeltäter“. Während die Schweizer Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz ein Ampelsystem zur Orientierung gibt, liefert die spanische Gesellschaft für DAO-Defizit konkrete Werte, die hier einsehbar sind. Darüber hinaus gibt es eine Lebensmittelliste der kanadischen Mastozytosehilfe, die Ähnlichkeiten mit der SIGHI-Liste aufweist, aber hier und da doch Abweichungen zeigt. Schnell zur Hand für alle „Schmierfon-Inhaber“ ist die folgende App, die vor allem beim Einkaufen in der Anfangszeit hilfreich sein kann.

Doch trotz aller Listen hilft am Ende nur, eine eigene Liste anzufertigen. Außerdem muss das, was eingangs einmal eliminiert wurde, nicht für immer vom Speiseplan verschwinden. Hat sich der Magen-Darm-Trakt erst einmal erholt, können nach und nach wieder Lebensmittel auf den Tisch kommen, die vorher Probleme gemacht haben – so zumindest bei der tatsächlichen Histaminintoleranz, wenn sie erworben wurde (z.B. durch Antibiotika). Manchmal muss die Krankheit einfach gemanaget werden und zwar für immer, so bei den meisten Mastzellaktivierungserkrankungen. Da kann es helfen, sich einige Lebensmittelgruppen mal genauer anzusehen. Und genau das habe ich heute mit Käse vor.

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Auf dem Blog habe ich bereits mehrmals die Faustregel formuliert: Kein lang gereifter Käse und kein Käse mit großen Löchern. Warum?

Reifung bedeutet Fermentation. Dabei sind Bakterien am Werk. Viele Bakterien setzen in diesem Prozess Histamin frei und somit können fermentierte Produkte bei Histaminintoleranz schnell Probleme machen. Stichwort: Rotwein, Sauerkraut oder eben lang gereifter Käse. Im Grunde ist Fermentation auch bei jungem Käse und bei Joghurt am Werk. Offenbar ist der Reifungsprozess jedoch nicht lang genug, um die Histaminmenge so weit raufzutreiben, dass dadurch Probleme entstehen – hier zumindest. Die Bakterien sind für Betroffene von Laktoseintoleranz jedoch ein Segen. Während des Reifungsprozesses entsteht zwar Histamin, aber die im Käse enthaltene Laktose wird großteils durch die Bakterien abgebaut. Je älter der Käse, desto besser verträglich für Laktoseintolerante! Blöd nur, wenn man beides hat – LI und HIT.

Der Gedanke liegt nah, da zu Spezialprodukten mit der Deklaration „laktosefrei“ zu greifen. Doch sind diese Produkte HIT-tauglich?

Um den Milchzucker (Laktose) in seine Bestandteile Galaktose und Glucose zu zerlegen, bedarf es eines bestimmten Enzyms namens Laktase. Betroffene von Laktoseintoleranz besitzen davon zu wenig, sowie HIT-Betroffene zu wenig DAO oder HNMT haben. Daher mischt man den laktosefreien Spezialprodukten extra Laktase bei. So und hier kommt das Problem: Das Enzym wird entweder aus Schimmelpilzen (Aspergillus) oder aus Hefen (Kluyveromyces) gewonnen und macht daher bei HIT meist Probleme. Außerdem können diese Laktase-Quellen mitunter gentechnisch verändert sein, auch wenn das zumindest in Deutschland nicht der Fall sein sollte. Bio-Ware gibt es im Reformhaus oder Naturkostladen, doch das Problem mit dem Histamin bleibt.

Wer daher von der Kombi LI und HIT betroffen ist, sollte idealerweise auf pflanzliche Alternativen umsteigen. Doch auch hier gibt es einiges zu beachten:

  1. Sojamilch sollte gemieden werden, da Sojabohnen histaminreich sind.
  2. Fertige Reis- und Hafermilch ist in der Regel fermentiert und wird daher nicht immer vertragen.
  3. Nicht alle Nussmilchalternativen sind verträglich, meist geht Mandel- oder Kokosmilch.
  4. Fertigprodukte enthalten meist unverträgliche Zusatzstoffe und Bindemittel (z.B. Guarkernmehl)
  5. Tipp: Pflanzliche Milch einfach selber machen. Auf meiner Seite gibt es Rezepte für Vanille-Hanf-Milch, Mandelmilch und Kokosmilch.

So, wie sieht es aber nun allgemein mit Käse aus und was hat es eigentlich mit der Empfehlung „keine großen Löcher“ auf sich?

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Die Löcher sind ebenfalls ein Hinweis auf Fermentation. Befinden sich Heupartikel in der Milch, wie es bei der traditionellen Milchgewinnung häufig vorkommt, werden diese ebenfalls von Bakterien zersetzt (Fermentation) und dabei entstehen Gase, die entweichen. Voilà, der Käse bekommt Löcher! Bei einigen Sorten, wie Emmentaler werden diese Heupartikel für das typische Sortenbild übrigens künstlich zugesetzt. Von der Fermentation einmal abgesehen, können Heuschnupfen-Betroffene auf solche Sorten empfindlich reagieren.

Also hilft bei HIT nur der Griff ins Kühlregal zu jungem Käse wie Frischkäse, Mozzarella oder Gouda. Doch selbst da muss die Zusammensetzung studiert werden. Gerne befinden sich nämlich folgende Übeltäter für die Konsistenz oder zum Haltbarmachen in den Produkten:

  • Johannisbrotkernmehl (z.B. Philadelphia, den ich ohnehin nicht kaufe, weil Kraft Foods)
  • Carrageen (z.B. Buko – enthält auch Johannisbrotkernmehl)
  • Citronensäure, die nichts mit der Zitrone (Frucht) zu tun hat (z.B. Bresso, der außerdem Schweinegelantine enthält und damit sowieso HIT-untauglich ist und auch nicht vegetarisch ist)

Citronensäure (auch als E330) wird nicht aus der bekannten Zitrusfrucht, sondern aus Schimmelpilzen hergestellt. Hier ist Citronensäure neben Carrageen ein massiver Auslöser.

Wenn Ihr wissen wollt, was wirklich in Eurem Essen steckt, dann empfehle ich die Seite das-ist-drin.de! Dort kann man einige Produkte nachschlagen und bekommt Hinweise zur Zusammensetzung. Außerdem sind die E-Stoffe aufgelistet.

Das Fazit bleibt: Kein lang gereifter Käse und kein Käse mit großen Löcher. Jetzt wisst Ihr auch, warum.

(c) Histamin-Pirat

Von anderen Betroffenen lernen – Deine Geschichte ist gefragt

Momentan packe ich mein geballtes Histaminwissen in einen Ratgeber, der hoffentlich irgendwann im nächsten Jahr käuflich zu erwerben sein wird. Natürlich versuche ich die Infos unterhaltsam, locker, leicht und dennoch genau ins Buch zu bringen. Trotzdem lässt sich nicht vermeiden, dass Informationen manchmal einfach trocken sind.

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Um das Ganze etwas abzustauben, bin ich an Euren Geschichten interessiert. Seit ich diesen Blog schreibe, habe ich wahnsinnig viel durch die SIGHI-Seite gelernt. Doch auch da schlägt man bewusst eher einen wissenschaftlichen Ton an – das hat ja auch etwas für sich. Wirklich weiter gebracht haben mich aber die Erfahrungen von anderen Betroffenen, die kleinen Storys und Details. Das Dies und Das, Ihr wisst sicher, was ich meine. Der Mix aus Info und Geschichte gefällt mir zum Beispiel besonders bei der englischsprachigen Seite von Yasmina, die sich auf Mastzellaktivierungserkrankungen eingeschossen hat.

Im Buch möchte ich die ganzen wissenschaftlichen Artikel, das Wissen aus vielen anderen Histaminbüchern und meine eigenen Erfahrungswerte mit Euren Geschichten aufwerten, illustrieren und ergänzen.

Projekt unterstützen

Ich würde mich riesig freuen, wenn Ihr mich dabei mit Euren Worten unterstützt. Damit das Ganze auch belohnt wird, habe ich ein wenig über Dankeschöns nachgedacht. Die Möglichkeiten sind:

  • Erwähnung und Danksagung im Buch
  • eigenes Exemplar mit persönlicher Widmung

Beides kann auch gerne kombiniert werden. Falls Ihr jedoch nicht namentlich und/oder mit Bild im Buch erscheinen wollt, ist das auch OK. Gerne können nur der Vorname, ein Kürzel, ein Pseudonym, die Initialien, etc. verwendet werden.

So, und wie läuft das nun ab?

Mich interessieren Eure Erfahrungen. Was genau Ihr jedoch den Lesern des Buchs mitgeben wollt, ist Euch überlassen. Hier ein paar Ideen, die auch wiederum kombiniert werden können:

  • Wie hast Du herausgefunden, dass Du HIT hast?
  • Zu welchem Arzt bist Du gegangen (Allergologe, Immunologe, etc.) und wer hat Dir schließlich geholfen?
  • Was hilft Dir im Alltag besonders?
  • Wann hast Du heute noch manchmal Beschwerden?
  • etc.

Eure Geschichten könnt Ihr mir per E-Mail an histaminarm(at)vollbio.de schicken. Falls Ihr noch Fragen habt, könnt Ihr die auch auf diesem Wege übermitteln oder hier im Kommentarfeld hinterlassen.

Ich wähle abschließend die Geschichten aus, die ich besonders repräsentativ finde. Dann mal ran an die Tasten. Ich freue mich auf Eure Storys! 🙂

(c) Histamin-Pirat

 

Buchprojekt – Ratgeber Histaminintoleranz

Auf Facebook habe ich es bereits verraten: Mein erstes Buch über Histaminintoleranz (und Mastzellaktivierungserkrankungen) ist in Arbeit. Persönlich habe ich mir Silvester 2016 als Deadline für die erste Fassung gesetzt. Damit ich die auch einhalten kann, müsst Ihr mir ordentlich „Feuer unterm Popo“ machen. Außerdem könnt Ihr das Ganze mit Euren Hinweisen unterstützen.

  • Welche Fragen brennen Euch unter den Nägeln und was muss unbedingt ins Buch?
  • Was erwartet Ihr von (m)einem Ratgeber über HIT und MCAD?
  • Was interessiert Euch gar nicht?

Ideen, Wünsche, Feedback, Vorschläge – all das könnt Ihr mir gerne per E-Mail (histaminarm(at)vollbio.de) zukommen lassen oder unten im Kommentarfeld eintragen.

Vielen Dank!

Außerdem startet demnächst eine Crowdfunding-Aktion zum Buch. Wer möchte, kann sich gerne daran beteiligen. Danke.

Projekt unterstützen

Als Vorgeschmack gibt es hier ein Mini-Video (leider ohne Ton) über das Projekt:

Im nächsten Jahr irgendwann sollte das Buch dann erhältlich sein, wenn ich mich weiter gut ranhalte. Aktueller Stand: 29 Seiten.

(c) Histamin-Pirat

Die Essenz des Rohköstlichen (Buchrezension)…

Rohköstliches – perfekt an heißen Tagen

Uff, die letzten Wochen war es heiß. Insbesondere in einer Dachgeschosswohnung können sich die Räume ganz schön aufheizen – zum Leidwesen aller Bewohner. Selbst die Stubentiger lagen wie die Löwen in der Savannenhitze nur lustlos rum und hofften auf Abkühlung. Um so verrückter ging es dann nachts zu…

Für uns Menschen bedeutet das warme Wetter vor allem: viel trinken und keine Lust auf Kochen. Daher ist der Sommer stets die Zeit, wo ich besonders gerne einen Blick in meine Rohkost-Kochbücher werfe. Um zusätzliche Hitze zu vermeiden, weiß ich, dass bei diesen Rezepten der Herd aus bleibt. Überzeugter Rohköstler bin ich aber nicht. Da sich durch das Rohkostessen doch ein paar Probleme ergeben, vor allem wenn man histaminarm essen möchte und auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen ist. Wer sich durchgehend mit Rohkost ernähren will, kommt ums Fermentieren nicht herum. Und das ist bekanntermaßen so eine Sache mit Histamin. Schließlich trägt jeder Reife-, Gar- und Fermentierungsprozess zum Histamingehalt bei. Mein größtes Problem mit dem Rohkostessen ist der Verzicht auf Fisch. Denn der kommt, wie Ihr wisst, nach wie vor bei uns auf den Teller. Warum? Fisch enthält nicht nur wertvolle Omega-3-Fettsäuren (die sind auch in manchen pflanzlichen Ölen zu finden), sondern auch fettlösliche Vitamine. Jedenfalls haben wir gute Erfahrungen mit frischem Fisch gemacht, wenn die Sorten passen. Obwohl ich immer wieder Gegenteiliges lese. Aber gerade Wildräucherlachs und wildes Lachsfilet gibt es hier relativ häufig. Im Sommer vor allem Wildräucherlachs, weil ich da nichts machen muss 😉 Doch zurück zur Rohkost.

Bei aller Skepsis gleich vorweg: Rohkost ist mehr als nur Salat. Mittlerweile hat sich viel getan in Sachen Rohkost. Die Küche ist so kreativ und abwechslungsreich geworden, dass es sogar eigene Rohkostrestaurants gibt, so wie das kanadische Restaurant crudessence. Die Eigentümer haben jetzt auch ein rohköstliches Kochbuch mit dem Titel „Rohessenz“ herausgebracht.

Im Buch werden die Grundlagen der rohköstlichen Küche vorgestellt. Die ist nämlich bio, regional, vegan oder vegetarisch und im besten Fall gluten- und allergenfrei, sowie bunt und ausgewogen. Neben Obst und Gemüse kommen daher Samen, Nüsse, Dörrfrüchte, wertvolle Öle und Muse, sowie Chia & anderes Pseudogetreide auf den Speiseplan. Gesüßt wird in der Küche von crudessence mit Agavendicksaft (Achtung: Fruktosebombe) und Ahornsirup. Natürliche Lebensmittelzusätze inkludieren Matcha, Spirulina, Chlorella, Agar-Agar (Bindemittel), Gojibeeren, Keimlinge und mehr.

Wer seine Küche nach crudessence-Art aufstocken möchte, muss – und das ist das Erste, was mir aufgefallen ist – ganz schön tief in die Geldbörse greifen. Denn die ganzen Spezialzutaten und Superfoods sind relativ teuer. Hinzu kommt, dass das Versprechen „regional“ dadurch nicht wirklich gehalten werden kann. Denn Chia, Spirulina, Chlorella, Quinoa & Co sind alle nicht wirklich kerneuropäische oder – im Falle der Buchautoren: kanadische Spezialitäten, sondern müssen in der Regel eingeflogen werden.

Für Rohkosteinsteiger, die einfach mal probieren wollen, wie rohköstlich das Ganze schmeckt, ist „Rohessenz“ daher nicht zu empfehlen. Vor allem weil die Küchenausstattung über die Basics Stabmixer, Kartoffelschäler und Chefmesser definitiv hinausgeht. Gebraucht werden für die meisten Rezepte außerdem

  • Küchenmaschine
  • Dörrautomat
  • Entsafter
  • Spiralschneider

Dann kann’s aber wirklich losgehen. Das Kochbuch der zwei Jungs ist logisch aufgebaut und teilt sich in mehrere Kategorien auf

  • Getränke
  • Suppen
  • Salate
  • Aufstriche
  • Fermentiertes
  • Gedörrtes
  • Appetithappen
  • Hauptgerichte
  • Desserts

Tatsächlich überzeugen mich in dem Kochbuch vor allem die Salate. Die sind nämlich kreativ. Mal mit Falafel oder „Vleischbällchen“, mal mit Obst oder bunten Nüssen.

Doch ein histaminarmes Rezept konnte ich leider nicht entdecken. Irgendein Übeltäter war immer mit drinnen, vor allem weil die Jungs von crudessence gerne exotisch würzen (Curcuma, Curry, Kreuzkümmel, Ingwer & Co). Damit ich Euch dennoch etwas sehr Gesundes und gleichzeitig Schmackhaftes anbieten kann, habe ich mich durch die Beilagen geackert. Aufstriche, Aufstriche, Aufstriche! Die sind gut. Aber ausgesucht habe ich etwas ganz Simples:

Vanille-Hanf-Milch

Zubereitungszeit:

ca. 5 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 1 Liter:

  • 1 Tasse geschälte Hanfsamen (120 g)
  • 4 Tassen Wasser (1 l)
  • 1 TL alkoholfreies Vanillearoma (5 ml) ODER der Inhalt einer Vanilleschote
  • 2 EL Ahornsirup (30 ml)
  • 1/8 TL Salz

Zubereitung:

Sämtliche Zutaten in den Standmixer (oder ein höhes Gefäß) geben und zu einer cremigen Milch verarbeiten (mit dem Stabmixer). Die Hanfsamen lösen sich dabei fast vollständig auf, daher braucht die Milch nicht gefiltert zu werden.

In einem luftdicht verschlossenen Behälter im Kühlschrank ca. 3 Tage haltbar.

PS: Ich werde mir demnächst ein paar Salate für Euch einfallen lassen und auf den Blog laden. Bis dahin: Trinken, trinken, trinken – zum Beispiel die leckere Vanille-Hanf-Milch, die auch gut zu Müsli & Co passt.

Zusammenfassung

  • 124 Seiten, Hardcover
  • 180 Rohkostrezepte für jeden Geschmack
  • vegan, vegetarisch, glutenfrei, sojafrei, histaminarm fast nur nach Rezeptanpassungen, nicht geeignet bei Fruktoseintoleranz
  • leider viele exotische/teure Zutaten
  • 19,95 Euro, erschienen im Neun-Zehn-Verlag

Ich bedanke mich beim Neun-Zehn-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.

Eine runde Sache – Eierkuchen (Buchrezension)…

Eine Liebeserklärung an den Eierkuchen / Pfannkuchen / Palatschinken

Das runde Leder hält gerade ganz Europa in Atem. Während beim Fußball das Runde ins Eckige muss, gilt für den Eierkuchen: Das Runde muss ins Runde – nämlich in die Pfanne. Ganz gleich, wie man bei Euch dazu sagt, aber der Eierkuchen (so nenne ich ihn) gehört einfach zu den absoluten Küchenbasics. Kaum eine andere Speise ist so vielseitig. Schließlich gibt es ihn süß, deftig, gerollt, belegt oder in Fetzen als Kaiserschmarrn. Und das Beste: Man braucht nur drei Zutaten – Mehl, Milch und Eier, so zumindest das Basisrezept. Die vegane Alternative lautet: Mehl, Pflanzendrink und Chia-Gel. Von da weg kann man das Grundrezept frei Schnauze erweitern, z.B. mit Gewürzen oder Kokosraspeln oder oder oder… Eierkuchen sind zudem eine praktische Sache bei Histaminintoleranz. Die kurze Zutatenliste ist nicht nur überschaulich, sondern nahezu histamfrei. Bei uns hat sich die Kombination Dinkelmehl, Milch, Chia-Gel eingebürgert. Wer noch mehr tolle Ideen für seine Eierkuchen / Pfannkuchen / Palatschinken braucht, schaut einfach mal in „Das Buch vom guten Pfannkuchen“:

Das kleine süße Buch vom Pala-Verlag ist nicht nur informativ, sondern sogar richtig unterhaltsam. Der Autor unternimmt einen kleinen Ausflug in die internationale Eierkuchenküche und erklärt, wie der Eierkuchen wo genannt wird. Übrigens, das muss ich anmerken: Man sagt nicht nur in Berlin Eierkuchen, sondern auch in Magdeburg, da wo ich herkomme. Aber das nur am Rande. Passend zu den Erklärungen gibt es natürlich auch schmackhafte Rezepte: Crêpes Frankreich, Blini aus Russland, Tacos aus Mexiko, Chapatis aus Indien und mehr.

Leider enthalten viele Rezepte Weizenmehl, das aber problemlos durch Dinkelmehl ausgetauscht werden kann. Ganz empfindliche nutzen eins der glutenfreien Rezepte und verzichten damit ganz auf das umstrittene Klebereiweiß.

Eins der weizenhaltigen Rezepte (S. 117) haben ich selbst zu einem glutenfreien abgewandelt. Die Konsistenz ist noch nicht gaaanz perfekt und so sollte man kleine Teigkleckse verwenden, damit die Eierkuchen nicht zerfallen:

Kokos-Mini-Eierkuchen (glutenfrei, eifrei, vegetarisch, wahlweise vegan)

Zubereitungszeit:

ca. 30 Minuten

Schwierigkeit:

einfach

Zutaten für ca. 10 Stück:

  • 1 EL Honig oder Ahornsirup (vegan)
  • 200 ml warmes Wasser
  • 80 g Kokosraspeln
  • 50 g  Kokosmehl
  • 70 g Reismehl
  • 1 „Chia-Ei“ (1 gestr. EL Chiasamen mit 3 EL Wasser anrühren und kurz gehen lassen)
  • 1 Prise Salz
  • (1 Prise Zimt)

Zubereitung:

„Chia-Ei“ vorbereiten.

Honig oder Ahornsirup mit Wasser verrühren. Kokosraspeln und Mehl mischen und in das süße Wasser einrühren.

Das „Chia-Ei“ und die Gewürze dazugeben.

Teig gut durcharbeiten. Möglichst kleine Teigkleckse abnehmen und in der Pfanne garen. Einmal vorsichtig wenden.

Die Kokos-Mini-Eierkuchen schmecken pur, mit Marmelade, Nussnugatcreme, usw.

Zusammenfassung

  • 144 Seiten, Hardcover
  • lustige Cartoons und Geschichten rund um Eierkuchen und mehr
  • viele Rezepte
  • internationale Rezepte, glutenfreie Rezepte, leider auch einige Rezepte mit Weizenmehl
  • 12,80 Euro, erschienen im Pala-Verlag

Ich bedanke mich beim Pala-Verlag für das gratis zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar. Die gemachten Angaben sind weder vom Verlag, noch vom Autor oder anderen beeinflusst worden und entsprechen meinen eigenen Ansichten.