Wieder vertragen…


Tips

zum Thema, wie man einige Speisen wieder verträgt

 

Welche Speisen sind unverträglich bei Histaminintoleranz bzw. -unverträglichkeit?

Immer wieder findet man im Internet Übersichten mit Speisen, die man bei einer Histaminintoleranz bzw. -unverträglichkeit meiden sollte. Aufgezählt werden da z.B. Käse, Parmesan, Wein, Salami, Rotwein, Lasagne und noch wenige mehr. Wenn man denn nun darauf verzichten würde, wäre einem geholfen.

Doch Betroffene wissen: so einfach ist es nicht. Insbesondere am Anfang, kurz nach der Diagnose, sind viele überfordert und versuchen erst einmal auf die histaminreichsten Speisen zu verzichten. Es braucht etwas Erfahrung und leider oft auch „Trial-and-Error“ bis man gewisse Systematiken, was Histamin angeht, entdeckt und verstanden hat.

Täglich lernt man quasi dazu: Es sind nicht nur einzelne Speisen problematisch, weil sie histaminhaltig sind, sondern gemeinhin einzelne Zutaten/Lebensmittel der jeweiligen Speise. Daher bietet es sich an nach dem Histamingehalt von einzelnen Zutaten zu suchen. Essen, wo man nicht genau weiß, was drin ist, sollte man auch besser sein lassen, wenn man sicher sein will.

Man lernt auch, dass die Herstellungsweise und Art der Lagerung eine entscheidende Rolle bei der Histaminbildung spielt. Essen sollte nicht wieder aufgewärmt und stets aus frischen Zutaten zubereitet werden. Lang gereifte Lebensmittel gilt es zu meiden.

Darüberhinaus gibt es Histaminliberatoren. Das sind Lebensmittel, die selbst meist kaum Histamin enthalten, aber dafür sorgen, dass körpereigenes Histamin ausgeschüttet wird. Wenn man Lebensmittel dieser Kategorie zu sich nimmt, geht es einem – meist etwas zeitverzögert – dennoch schlecht.

Wenn man sich weiter auskennt, kommt man auch noch auf weitere Zusammenhänge.

Etwa, dass es Lebensmittel gibt, die beim Histaminabbau helfen oder gar die Histaminausschüttung hemmen.

Etwa, dass der Magen nicht übersäuern sollte, bestimmte Darmbakterien hilfreich sind, andere wiederum problematisch sind.

Dass Allergien und Kreuzallergien eine entscheidende Rolle bei der Ernährung spielen, da eine allergische Reaktion zu Histaminausschüttung im Körper führt.

Hinweise zur histaminarmen Ernährung finden Sie auch unter Allgemein und Lebensmittel & mehr.

Wenn man all das einmal aufgenommen hat, kann man sich auch wieder an eigentlich „Verbotenes“ wie Lasagne, Schnitzel, Hamburger und Pizza wagen, denn man weiß, wie.

„Verbotenes“ wieder verträglich machen

Nachfolgend ein paar Tips, wie man einige Speisen wieder vertragen kann.

Beachten Sie bitte bei diesen allgemeinen Tips individuelle Voraussetzungen wie Allergien/Kreuzallergien, sowie eventuell andere vorhandene Unverträglichkeiten bzw. Intoleranzen.

Schnitzel

Schweinsschnitzel soll man meiden, da einerseits Schweinefleisch stark histaminhaltig ist, andererseits das Weizen in der Panade Probleme macht. Auch das Öl, in dem das Schnitzel gebraten wird, spielt eine Rolle. Sonnenblumenöl gilt als Histaminliberator. Verwenden Sie stattdessen besser Raps-, Distel- oder Maisöl, Rind-/Kalbsfleisch oder Putenfleisch und Haferflocken für die Panade.

Mit diesem Hintergrundwissen habe ich dieses Rezept für Putenschnitzel erstellt.

Hamburger

Die Fleischlaibchen für Hamburger werden meist aus gemischtem Hackfleisch/Faschiertem hergestellt, wo Schweinefleisch dabei ist. Außerdem entsteht bei Fleisch, das durch den Fleischwolf gedreht und dann wieder verpackt wurde recht schnell Histamin. Am besten lässt man sich das Hackfleisch/Faschiertes frisch in Bedienung zubereiten und verwendet dabei nur frisches Rindfleisch oder man dreht einfach selbst das Rindfleisch durch den eigenen Fleischwolf, wenn man einen hat.

Die Brötchen/Semmeln sind meist mit Weizenmehl gebacken. Alternativ kann man mit Dinkel-, Reis-, Hirse-, Mais- oder Hanfmehl backen. Als Backtriebmittel sollte man keine Hefe, sondern besser Backpulver verwenden. Gelegentlich wird Weinsteinbackpulver als Alternative empfohlen, weil nicht alle Betroffenen Backpulver vertragen. Jedoch gilt es auch hier zu beachten, wie der Name schon andeutet, dass Weinsteinbackpulver aus Wein gewonnen wird. Bei manchen Rezepten kann man auch etwas Mineralwasser (sprudelnd) als Backtriebmittel verwenden.

Das „Alibi-Gemüse“ auf dem Burger sollte keine Tomaten enthalten, weil sie Histaminliberatoren sind. Viele Salatsorten werden vertragen (Feldsalat, Eisbergsalat, Vogerlsalat, Kopfsalat). Rucola gilt als Histaminliberator, wird in kleinen Mengen aber oft vertragen. Zwiebeln sollten auch nur in kleinen Mengen verwendet oder ganz weggelassen werden, da auch sie Histaminliberatoren sind. Alternativ kann man Gurken (keine sauren/eingelegten), Radieschen und Paprika als Gemüse verwenden.

Die meisten Dressings und Saucen enthalten Essig und sollten daher gemieden werden. Ketchup (Tomaten) und Senf sollten auch nicht verwendet werden. Als Sauce kann man etwas Ahornsirup über das Fleisch geben oder man verwendet Frischkäse.

Lang gereifter Käse sollte nicht verwendet werden, aufgrund des hohen Histamingehalts. Alternativen sind Mozarella, Feta, Butterkäse und junger Gouda.

Hier finden Sie ein Rezept für Hamburger.

Pizza

Pizzateig enthält meist Weizen und Hefe und beides ist problematisch. Alternativ kann man mit Dinkel-, Reis-, Hirse-, Mais- oder Hanfmehl backen. Als Backtriebmittel sollte man keine Hefe, sondern besser Backpulver verwenden. Gelegentlich wird Weinsteinbackpulver als Alternative empfohlen, weil nicht alle Betroffenen Backpulver vertragen. Jedoch gilt es auch hier zu beachten, wie der Name schon andeutet, dass Weinsteinbackpulver aus Wein gewonnen wird. Bei manchen Rezepten kann man auch etwas Mineralwasser (sprudelnd) als Backtriebmittel verwenden.

Das Tomatenmark kann man durch Paprikamark ersetzen.

Lang gereifter Käse sollte nicht verwendet werden, aufgrund des hohen Histamingehalts. Alternativen sind Mozarella, Feta, Butterkäse und junger Gouda.

Als Belag eignen sich viele Gemüsesorten, solange sie frisch und nicht aus der Dose kommen. Paprika, Brokkoli, Blumenkohl/Karfiol, Zucchini, Karotten. Salat und/oder Radieschen kann man nach dem Backen noch frisch darübergeben.

Ein Pizzarezept steht leider noch aus.

Lasagne

Die Tomaten in der Sauce sind ein Problem. Der in der Bechamelsauce enthaltene Weizen ist ein weiteres. Auch gemischtes Hackfleisch/Faschiertes mit Schwein ist problematisch. Teigwaren, auch Lasagneplatten, werden meist mit Weizen hergestellt. Zu guter Letzt sollte man bei der Auswahl des Käses darauf achten jungen Käse zu verwenden, wie Mozarella, Feta, Butterkäse und jungen Gouda.

Am einfachsten ist es die weizenhaltigen Lasagneplatten durch glutenfreie Lasagneplatten zu ersetzen, die meist Mais- oder Reismehl enthalten.

Statt einer Lasagne Bolognese eignet sich eine vegetarische Lasagne mit verträglichem Gemüse meist besser.

Hier gibt es ein Rezept.

Viel Spaß beim Rezepte-Umschreiben!

(c) Histamin-Pirat

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