Flüssig, aber nicht überflüssig…


Tips

zum Thema Getränke

 

Vorbemerkung

Histamin ist ein ziemlich hartnäckiger Stoff. Es ist hitze- und frostunempfindlich, das heißt weder das Kochen, Backen, noch Einfrieren von Lebensmitteln reduzieren deren Histamingehalt.

Grundsätzlich gilt, Lebensmittel mit hohem Eiweißgehalt verderben schneller und entwickeln recht schnell Histamin, z.B. Fisch.


Lebensmittel, die Histidin enthalten, sollte man meiden, da dieses in Histamin umgewandelt wird. Hier finden Sie weitere Informationen zum Stoff Histidin.

Lebensmittel, bei deren Produktion Bakterien beteiligt sind, z.B. Käse, enthalten oft viel Histamin.

Lebensmittel, die lange reifen oder gären, enthalten viel Histamin, z.B. Käse, (Rot)Wein.


Lebensmittel mit Zusatzstoffen wie Glutamat werden bei einer Histaminintoleranz schlecht vertragen.


Einige Lebensmittel regen die Ausschüttung von körpereigenem Histamin an. Sie enthalten oft andere biogene Amine. Diese nennt man Histaminliberatoren. Darunter fallen z.B. Erdbeeren und Schokolade. Aber auch Stress kann die Histaminausschüttung begünstigen.


Informationen zu Lebensmitteln und mehr erhalten Sie hier.


Die gute Nachricht lautet aber: Histamin ist wasserlöslich! Daher ist es ratsam zu Mahlzeiten stets viel zu trinken. Am besten eignet sich stilles Wasser. Doch das ist auf Dauer etwas fad. Daher werden nachfolgend einige Getränke vorgestellt, die schmecken und verträglich sind. Außerdem wird auf Getränke hingewiesen, die man meiden sollte.

Tee

Kräutertees und auch einige Früchtetees (z.B. Apfeltee), sofern diese kein Aroma und keine histaminhaltigen Stoffe enthalten, werden meist gut vertragen. Beachten Sie aber all­fäl­lige Allergien.

Es gibt auch Kräuter, die die Histaminausschüttung blockieren bzw. beim Histaminabbau helfen und sich für Tee eignen. Dazu zählen z.B. Baikal-Helmkraut und Bischofskraut. Mehr Informationen zu Kräutern und Gewürzen finden Sie hier.

Einige Teesorten sollten Sie aber meiden, dazu zählen, z.B. Schwarztee (blockiert die DAO) und Hagebuttentee (Histaminliberator). Die meisten Eistees, die es zu kaufen gibt, sind mit Schwarztee hergestellt worden. Umstritten ist die Verträglichkeit von Grüntee. Das enthaltene Koffein gilt als Histaminliberator. Dafür ist Grüntee aber in der Regel nicht fermentiert. Grundsätzlich soll man grünen Tee aber nur kurz ziehen lassen, wodurch weniger Bitterstoffe und auch weniger Koffein/Teein gelöst werden. Bei grünem Tee variiert die Verträglichkeit auch stark von Sorte zu Sorte. Die hochwertige Sorte Sencha wird oft trotzdem vertragen.

Rotbuschtee wird gemeinhin vertragen, da er von Natur aus wenig Gerbstoffe und kein Koffein enthält, er ist aber fermentiert.

Kaffee und Kakao/heiße Schokolade

Auch beim Kaffee und bei Kakao scheiden sich die Geister. Beide enthalten zwar kaum Histamin, aber sowohl Kaffee als auch Kakao gelten als Histaminliberatoren

Das im Kaffee enthaltene Koffein blockiert den Histaminabbau. Grundsätzlich wird Espresso besser vertragen als Filterkaffee. Achten Sie dabei auf eine milde Röstung. Entkoffeinierter Kaffee wird aus anderen gesundheitlichen Gründen hier nicht als Alternative empfohlen. Getreidekaffee ist hingegen oft eine Alternative, wenn man auf den Kaffee nicht verzichten mag.

Das in Kakao enthaltene Theobromin, das auch in Energy Drinks und Mate Tee enthalten ist, blockiert die DAO. In größeren Mengen ist diese Substanz für jeden Menschen giftig. Theobromin ist übrigens auch der Grund, warum Schokolade und Kakao für Katzen giftig ist. Es ist bei Katzen allerdings schon bei einer viel kleineren Dosis als beim Menschen fatal.

Grundsätzlich gilt, je heller die Schokolade, das heißt je geringer der Kakaoanteil, desto besser wird die Schokolade vertragen. Ziehen Sie also Vollmilchschokolade Zartbitterschokolade vor. Weiße Schokolade, die nur aus Kakaobutter gewonnen wird, wird noch besser vertragen als Vollmilchschokolade. Versuchen Sie also lieber einmal eine weiße heiße Schokolade.


Weitere Informationen rund um Kaffee, schwarzen Tee & Co finden Sie hier.

 Alkoholische Getränke

Aufgrund des Gärvorgangs werden alkoholische Getränke grundsätzlich nur schlecht vertragen. Es lassen sich aber auch hier Abstufungen ausmachen. Besonders unverträglich sind Rotwein, Hefeweizen, (Rotwein)Essig und Schaumweine/Sekt. Gelegentlich vertragen werden Weißwein, untergärige Biersorten und klare Schnäpse vertragen. Trotzdem birgt Alkohol immer die Gefahr, aufgrund des hohen Histamingehalts, dass es einem danach übel geht.

Eine neue Marktlücke wurde mit den Lebensmittelintoleranzen aber schon entdeckt. So wie es laktosefreie Milch und glutenfreies Brot zu kaufen gibt, kann man nun auch histaminarmen Alkohol erwerben. Ob man darauf vertraut, sei jedem selbst überlassen. Folgende Marken stellen histaminarme alkoholische Getränke her: Schlumberger hat eine histaminarme Sorte, Bioweingut Allacher, Eller Finest Selections.


Alternativ wird Weißweinschorle/gespritzter Weißwein in kleinen Mengen vertragen. Wahrscheinlich, da man den Alkohol mit Wasser verdünnt.

Säfte und Limonaden

Gekaufte Säfte werden gelegentlich aufgrund von Zusatzstoffen nicht vertragen. Kaufen Sie daher Bio-Säfte oder machen Sie Ihre Säfte selbst. Achten Sie darauf, Obst auszuwählen, das histaminarm ist. Folgende Obstsorten werden gemeinhin vertragen:

Apfel nicht stehen lassen, gärt rasch
Pfirsich sollte nur nicht zu reif sein
Aprikose/Marille
Kirsche

Brombeere 
helle Weintrauben
Heidelbeere/Blaubeere
Preiselbeere (nicht aus dem Glas) 
Johannisbeere/Ribisel
Stachelbeere 

Sanddorn (nicht bei Sorbitunverträglichkeit)
Melone Wassermelone wird manchmal nicht vertragen 

Eine andere Alternative ist der Saft einer frischen Kokosnuss (nicht Kokosmilch).  

Hiermit lassen sich auch alkoholfreie Cocktails und Smoothies mixen.

Folgende Obstsorten sollten Sie aber meiden:


Zitrusfrüchte (Zitrone, Orange, Grapefruit, Pampelmuse, etc.)
Erdbeere
Ananas
Kiwi 
Papaya
Himbeere
Mango
(Banane
)
Rote Pflaume
(Birne)



Limonaden und Softdrinks enthalten meist noch mehr Zusatzstoffe als die meisten Säfte und zudem Kohlensäure, die den Magen zusätzlich übersäuert. Sie sollten daher gänzlich gemieden werden.

Gelegentlich wird berichtet, dass Bionade vertragen wird. Aufgrund des Fermentierungsprozesses bei der Herstellung ist aber auch diese Angabe kritisch zu sehen. 

Mineralwasser

Obwohl Wasser trinken so gesund und wichtig bei der Histaminintoleranz ist, wird Mineralwasser oft nicht vertragen. Das Problem ist oft ein unausgewogener Mineralstoffmix. Achten Sie darauf, dass der Sulfat- bzw. Sulfitgehalt möglichst gering ist (unter 10mg/Liter). Auch sollten Sie stilles oder mildes Mineralwasser dem stark kohlensäurehaltigen Mineralwassern vorziehen.

Auch Leitungswasser kann getrunken werden, sofern der Sulfat-/Sulfitgehalt gering ist. Bei Ihren Wasserwerken können Sie diese Information erfragen. Notfalls kann man sich Wasserfilter zulegen.

Verschiedene Sorten Heilwasser werden meist besser vertragen und haben auch keinen so starken Kohlensäuregehalt, z.B. Preblauer.

Sirup

Viele Sirupe werden gut vertragen, sofern Sie von keinem histaminreichen Lebensmittel gewonnen wurden. Mit Wasser verdünnt/gespritzt kann man viele kreative Getränke zaubern.

Holunderblütensirup kann im Normalfall bedenkenlos genossen werden. Zum Kochen eignet sich auch Ahornsirup. Meiden sollten Sie Agavensirup und Agavendicksaft. Holunderblüten können Sie im Frühjahr selbst sammeln und frisch zu Ihrem Wasser geben. So erhält es eine fruchtig-frische Note.

Ich hoffe, ich konnte etwas gegen den Durst tun. Prost!

(c) Histamin-Pirat

 

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